Hole in One
News ➝ History  ·  2024-01-15 09:04:23

Hole-in-One Wahnsinn

Bierregen für Chase Koepka nach seinem Hole-in-one beim LIV-Golf-Event in Adelaide, Australien.

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Ob es an einer besonders günstigen Sternenkonstellation liegt – Jupiter in Konjunktion mit dem Nordknoten, oder was auch immer sich gerade am Himmel tut? Ob die Golfgötter ihre Finger im Spiel haben? Handelt es sich um Zufall? Oder ist das etwa ansteckend? Die Chance auf ein Ass, so sagt die US-Versicherung «Hole in One Insurance», beträgt für Amateure gerade einmal 1:12 500. Bei den Profis sieht es deutlich besser aus, mit 1:2500 aber immer noch recht mager. Und doch scheint seit einigen Monaten kaum ein Turnierwochenende zu vergehen, an dem uns nicht die Meldung eines neuen, spektakulären Hole-in-one erreicht.

Wer in letzter Zeit das Turniergeschehen verfolgte, staunte nicht schlecht: Obwohl Asse selbst bei Profis selten vorkommen, gab es in den vergangenen Monaten reichlich davon.

Im April im australischen Adelaide feierte Chase ­Koepka das erste Ass bei einem LIV-Golf-Event. Am Watering Hole genannten Party-Loch landete der jüngere ­Bruder von Brooks Koepka mit seinem Abschlag einen Volltreffer. Die Zuschauermenge tobte und bewarf den 29-Jährigen mit Bechern voller Bier.

Im Mai bei der PGA Championship in Rochester, New York, war es ­Michael Block, der die Stimmung zum Kochen brachte. Michael wer? Der 46-jährige kaliforni­sche Golfleh­rer war weitgehend unbekannt, be­vor er beim zweiten Major-Turnier der Saison drei sensatio­nelle 70er-Runden hinlegte und an der Seite von Golfstar Rory McIlroy aus den Top 10 ins Finale startete. Und dann gelang ihm an Loch 15 auch noch dieser absolute Traumschlag!

Hole in One
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McIlroy muss ein wenig von Blocks Sternenstaub abbekommen haben, denn einen Monat später in Cromwell glückte dem viermaligen Major Champion und 23-­fachen PGA-Turniersieger endlich das, was ihm bis­lang ver­wehrt geblieben war: ein Hole-in-one auf der PGA Tour. Mehr als 2150 Par-3-Löcher hatte der Nordire in seiner Karriere gespielt, ehe er das Kunststück vollbrachte.

Noch spendabler zeigten sich die Golfgötter beim BMW International Open in München: Sage und schreibe drei Mal wurde der Ball direkt vom Abschlag ins Loch befördert. Das erste Mal durch den Japaner Takumi ­Kanaya bei Loch 9. Am zweiten Tag legte der Niederländer Joost Luiten an Loch 8 nach. Am dritten Tag reüs­sierte der Schotte Connor Syme an Loch 2, wobei es sich mit 208 Metern um das bislang längste Ass bei der Veranstaltung handelte. Schade nur, konnte Syme den als Prämie für ein Hole-in-one ausgesetzten BMW i5 ebensowenig mit nach Hause nehmen wie schon Kanaya und Luiten. Der Grund: Den bei Profiturnieren üblichen Sonderpreis hätte es bei dieser Veranstaltung nur für ein Ass an Loch 17 gegeben. 

Ich habe gehört, du bezahlst heute die Rechnungen», sagte Brooks Koepka zu Michael Block.

Erwähnenswert ist auch das Hole-­in-one, das Spielerlegende Gary Player im Juni vermeldete – das 36. in seiner 75-jährigen Karriere. Von wegen 1:2500: Wie der 87-­jährige Australier auf Twitter vorrechnete, sei ihm der seltene Schlag fast schon routinemässig in jedem zweiten Jahr geglückt. 

So oder so dürften die Profis in letzter Zeit einige Male miteinander angestossen haben. Daran, dass nach einem Ass traditionell eine Runde im Clubhaus ausgegeben wird, erinnerte denn auch PGA-Championship-Sieger Brooks Koepka: «Ich habe gehört, du bezahlst heute die Rechnungen», sagte er zu Michael Block.