Kane
News ➝ International  ·  2023-12-26 06:57:21

Penaltys und Putts

Millionen sehen Harry Kane beim Tore schiessen in der Premier Leage zu. Doch nur wenige werden wissen, dass der Stürmer der Tottenham Hotspurs auch ein sehr talentierter Golfer ist.

Harry, wann hast du angefangen, Golf zu spielen?  

Ich war sechs oder sieben Jahre alt. Aber ich habe eigentlich nicht so viel gespielt; mein Vater hat mich einfach auf einen Platz mitgenommen. 

 

Wann hat es dich so richtig gepackt? 

Als ich etwa 17 oder 18 war. Ich erinnere mich an einen Sommer, in dem ich fünf Wochen lang jeden Tag Golf gespielt habe. Mein Handicap sank von 18 auf etwa 10, und von da an wuchs die Besessenheit Jahr für Jahr. Ich fing an, Golf nicht nur zu spielen, sondern auch im Fernsehen zu verfolgen. Vor allem Tiger Woods habe ich gern zugeschaut.  

 

Was macht für dich den Reiz aus?  

Ich bin jemand, der immer versucht, im Hier und Jetzt zu leben, und beim Golf kann man das wirklich vier oder fünf Stunden lang tun. Wenn man auf dem Platz ist, denkt man nur an den nächsten Schlag. Hinzu kommt der Wettkampfcharakter, den ich vom Training und vom Fussball her kenne. Ausserdem ist Golf ein sehr geselliger Sport; es ist toll, ein paar Stunden mit Freunden und Familie zu verbringen, sich zu unterhalten und abzuschalten. Ich liebe es, an der frischen Luft zu sein und diese Momente mit Menschen zu geniessen, die ich mag.  

 

Gibt es Parallelen zwischen Golf und Fussball?

Die meisten Profisportler haben eine ähnliche Men­talität, was Antrieb und Entschlossenheit betrifft: die Bereitschaft, hart zu arbeiten und zu trainieren. Was den Sport angeht, so sind ein Putt aus einem Meter und ein Elfmeter ähnliche Situationen. Beides sind Momente, bei denen man unter hohem Druck steht. Es geht nur um dich und einen ruhenden Ball, also durchlebst du in gewisser Weise die gleichen Gefühle. Ich habe in meiner Karriere schon ein paar Penaltys geschossen und muss ehrlich sagen, dass ich mehr 4-Footers vergeigt habe als Elfmeter.

 

Was war dein bisher grösstes Golf-Highlight? 

Ich hatte das Glück, mit Tiger Woods zu spielen. Es war magisch, denn ich bin damit aufgewachsen, ihn spielen zu sehen. Das war Ende 2017 auf den Bahamas und es war einfach unglaublich, ihm beim Schlagen, Chippen und Putten zuzusehen. Wir haben anfangs nur vier Löcher gespielt und danach noch etwas Zeit zusammen verbracht. Aber am nächsten Tag habe ich 18 Löcher mit ihm gespielt, zusammen mit zwei anderen Low-Handicappern. Wie ich mich geschlagen habe? Sagen wir einfach, dass keiner von uns Geld mit nach Hause genommen hat, das ist sicher. Das Ganze war ziemlich cool, denn es war vor seinem Comeback, als noch niemand wusste, ob er wieder in Bestform sein würde. Ich glaube, er hat an diesem Tag sechs unter Par gespielt und gesagt, dass sich sein Rücken sehr gut anfühlte. Wir wussten also, dass er auf dem Weg der Besserung war. Im Jahr darauf gewann er dann die Tour Championship und im Jahr darauf das Masters!  

Wenn ich Golf spiele, will ich einfach Spass haben.

Wann hat es dich so richtig gepackt? 

Als ich etwa 17 oder 18 war. Ich erinnere mich an einen Sommer, in dem ich fünf Wochen lang jeden Tag Golf gespielt habe. Mein Handicap sank von 18 auf etwa 10, und von da an wuchs die Besessenheit Jahr für Jahr. Ich fing an, Golf nicht nur zu spielen, sondern auch im Fernsehen zu verfolgen. Vor allem Tiger Woods habe ich gern zugeschaut.  

 

Was macht für dich den Reiz aus?  

Ich bin jemand, der immer versucht, im Hier und Jetzt zu leben, und beim Golf kann man das wirklich vier oder fünf Stunden lang tun. Wenn man auf dem Platz ist, denkt man nur an den nächsten Schlag. Hinzu kommt der Wettkampfcharakter, den ich vom Training und vom Fussball her kenne. Ausserdem ist Golf ein sehr geselliger Sport; es ist toll, ein paar Stunden mit Freunden und Familie zu verbringen, sich zu unterhalten und abzuschalten. Ich liebe es, an der frischen Luft zu sein und diese Momente mit Menschen zu geniessen, die ich mag.  

 

Gibt es Parallelen zwischen Golf und Fussball?

Die meisten Profisportler haben eine ähnliche Men­talität, was Antrieb und Entschlossenheit betrifft: die Bereitschaft, hart zu arbeiten und zu trainieren. Was den Sport angeht, so sind ein Putt aus einem Meter und ein Elfmeter ähnliche Situationen. Beides sind Momente, bei denen man unter hohem Druck steht. Es geht nur um dich und einen ruhenden Ball, also durchlebst du in gewisser Weise die gleichen Gefühle. Ich habe in meiner Karriere schon ein paar Penaltys geschossen und muss ehrlich sagen, dass ich mehr 4-Footers vergeigt habe als Elfmeter.

 

Was war dein bisher grösstes Golf-Highlight? 

Ich hatte das Glück, mit Tiger Woods zu spielen. Es war magisch, denn ich bin damit aufgewachsen, ihn spielen zu sehen. Das war Ende 2017 auf den Bahamas und es war einfach unglaublich, ihm beim Schlagen, Chippen und Putten zuzusehen. Wir haben anfangs nur vier Löcher gespielt und danach noch etwas Zeit zusammen verbracht. Aber am nächsten Tag habe ich 18 Löcher mit ihm gespielt, zusammen mit zwei anderen Low-Handicappern. Wie ich mich geschlagen habe? Sagen wir einfach, dass keiner von uns Geld mit nach Hause genommen hat, das ist sicher. Das Ganze war ziemlich cool, denn es war vor seinem Comeback, als noch niemand wusste, ob er wieder in Bestform sein würde. Ich glaube, er hat an diesem Tag sechs unter Par gespielt und gesagt, dass sich sein Rücken sehr gut anfühlte. Wir wussten also, dass er auf dem Weg der Besserung war. Im Jahr darauf gewann er dann die Tour Championship und im Jahr darauf das Masters!  

 

Was war deine bisher beste Runde?  

Zu Beginn dieses Jahres habe ich in Beaverbrook sechs Schläge unter Par erzielt. Es war eine dieser Runden, bei denen alles zusammenpasste: Ich habe gut geputtet, gut geschlagen, gut gechippt und bin von überall her hoch- und runtergekommen. Allerdings habe ich an einem Par 5 einen Vier-Putt gespielt – ich habe den Eagle verpasst und bin mit einem Bogey davon­gekommen. Ich hatte zwei Bogeys und acht Birdies – eine ziemlich coole Runde!  

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Was sind die Stärken und Schwächen in deinem Spiel?  

Meine grösste Stärke ist meine Weite vom Tee. Ich schlage den Ball ziemlich weit, wahrscheinlich so weit wie die meisten Profis. Das ist also ein echter Vorteil. Ich schlage ihn gut mit einem Durchschnitt um die 300 Yards. Dadurch konnte ich ein paar Birdies machen und gut punkten. Mein kurzes Spiel, insbesondere das Chippen, ist auch ziemlich gut. Schwächen? Ich würde sagen: Es sind meine Eisen, mit denen ich Probleme habe. 

 

Was ist der beste Tipp, den du erhalten hast?  

Ich glaube, es ist etwas, das Tiger schon einmal gesagt hat: Behandle den nächsten Schlag so, als ob es der letzte Schlag deines Lebens wäre. Mit anderen Worten: Der nächste Schlag ist der wichtigste. Es ist so einfach, einen Drei-Foot-Putt zu verpassen und das dann auf den nächsten Abschlag zu übertragen oder einen schlechten Drive zu schlagen und zwei, drei, vier Bogeys hintereinander zu machen. Egal, wie gut oder schlecht ich einen Schlag mache, es geht darum, sich zu 100 Prozent auf diesen Schlag zu konzentrieren. 

 

Du hast im Sommer für das Team «Rest of World» gegen die USA bei der mit Stars besetzten Icon Series gespielt. Wie war das? 

Der Teamaspekt hat enorm Spass gemacht. Ich spiele mit meinen Freunden ständig Teamgolf. Man spielt ein paar gute und ein paar schlechte Löcher. 

 

Was für ein Gefühl war es, am ersten Abschlag vor einer Menschenmenge zu stehen, – im Vergleich zu einem wichtigen Elfmeter für England?  

Ein Elfmeter ist nervenaufreibender, vor allem wenn es sich um ein wichtiges Spiel handelt. Die Nerven verhalten sich anders am ersten Abschlag bei einem Pro-Am oder bei der Icon Series. Ich bin es nicht gewohnt, den Schläger die ganze Zeit zu halten. Das Adrenalin schiesst in die Höhe, man ist ein bisschen nervös. Aber da es nicht der eigene Beruf ist, kann man das akzeptieren. Wenn ich als Profi hingegen einen Elfmeter verschiesse, ist das schwieriger zu verkraften.

 

Wie ist dein Temperament, wenn du auf dem Platz bist?

Wenn ich Golf spiele – vor allem wenn ich mit Freunden zusammen bin –, will ich einfach Spass haben. Natürlich möchte ich so niedrig wie möglich abschlagen, aber ich lasse mich nicht unterkriegen und bin nicht frustriert, wenn es nicht klappt. Ich will mich einfach nur entspannen und vom Fussball abschalten. Ich bin also ziemlich locker, wenn ich auf dem Platz stehe.

 

Irgendwelche peinlichen Momente?

Als ich vor ein paar Jahren beim Scottish Open Pro-Am an der Seite von Ian Poulter spielte, traf mein Drive am 16. Loch einen Zuschauer am Bein. Ich musste verlegen hinübergehen und mich bei dem armen Kerl entschuldigen – das war ziemlich peinlich.

 

Wie sieht dein perfekter Golfurlaub aus? Wohin würdest du reisen?

Ich liebe es, nach Amerika zu fahren, um dort zu spielen. Vor der Icon Series habe ich eine Golfreise gemacht, bei der ich Hudson National, Winged Foot und Quaker Ridge gespielt habe, … eine wunderbare Reise! 

Kanes Schwung im Detail

Harry Kanes Schwung hat eine bemerkenswerte Eigenart: Harry beginnt damit, seinen Driver am Abschlag vor dem Ball schweben zu lassen. «Ich weiss nicht, woher das kommt», sagt er. «Irgendwann habe ich meinen Driver schweben lassen und dann angefangen, ihn vor dem Ball zu bewegen. Ich fühlte, dass es mir eine bessere Position beim Rückschwung gab, und es scheint zu funktionieren.»

Der Rest von Harrys Schwung verläuft gemäss Advanced-PGA-Trainer Steve Thomas schön nach Lehrbuch.

Harry Kane