Eine gute Vorbereitung vor der Golfrunde ist wichtig – doch nicht jede gängige Routine ist auch wirklich sinnvoll. Golf Digest hat erfahrene Trainer, Fitnessexperten und Mentalcoaches gefragt, welche Punkte Golfer vor einer Runde beachten sollten – und welche besser nicht.
Eine gute Vorbereitung vor der Golfrunde ist wichtig – doch nicht jede gängige Routine ist auch wirklich sinnvoll. Golf Digest hat erfahrene Trainer, Fitnessexperten und Mentalcoaches gefragt, welche Punkte Golfer vor einer Runde beachten sollten – und welche besser nicht.
Don’t: Den Schwung reparieren
Ein Warm-up ist keine Trainingseinheit. «Eine Stunde Bälle schlagen, um am Schwung zu arbeiten, bevor man spielt, ist Zeitverschwendung», sagt Golf Digest Top-50-Coach Tony Ruggiero. Natürlich ist es sinnvoll, ein paar Bälle zu schlagen, um zu sehen, welche Schlagrichtung oder Ballflüge an diesem Tag zu erwarten sind – doch technische Korrekturen kurz vor dem Start führen eher zu Verunsicherung als zu besseren Ergebnissen.
Do: Muskeln aktivieren
Eine effektivere Nutzung der Zeit ist, die für den Golfschwung entscheidenden Muskelgruppen zu aktivieren. Laut Fitnesscoach Tom Hemmings geht es dabei weniger ums klassische Dehnen, sondern um dynamische Bewegungen, die Herzfrequenz und Muskulatur auf Betriebstemperatur bringen. Hemmings empfiehlt, vor allem vier Bereiche zu mobilisieren: Schulterbeweglichkeit, Rotation der Brustwirbelsäule, Beckenkippung und Sprunggelenksmobilität. Diese Übungen lassen sich auf der Driving Range, am ersten Abschlag oder sogar im Fitnessraum durchführen. Zum Abschluss sollte der Körper auch neurologisch «wach» sein – ein Anzeichen dafür sind geweitete Pupillen, die auf erhöhte Konzentration hindeuten.
Don’t: Zeit mit mittellangen Putts verschwenden
Wer sich auf dem Übungsgrün auf Putts aus sechs bis acht Fuss konzentriert, wird laut Putt-Coach Ralph Bauer kaum profitieren. Selbst Tourprofis lochen aus dieser Distanz im Schnitt nur rund 50 Prozent der Putts – keine zuverlässige Einstimmung auf die Runde.
Do: Geschwindigkeit und Schlaggefühl finden
Bauer rät stattdessen, drei Bälle ohne festes Ziel über längere Distanzen zu putten. Dabei stehen Tempo, solider Treffmoment und das Beobachten des Ballauslaufs im Vordergrund. Danach können ein paar kurze Putts im Kreis folgen, um Sicherheit bei den entscheidenden Längen zu gewinnen.
Don’t: Auf Ergebnis fixieren
Viele Golfer legen ihre ganze Konzentration vor der Runde auf ein bestimmtes Ergebnis – und stehen sich damit selbst im Weg. Mentalcoach Jason Goldsmith erklärt: «Der Wunsch, unbedingt gut zu spielen, ist oft das Ego, das sich in ein Spiel einmischt, zu dem es nicht gehört.»
Do: Auf das Spiel fokussieren
Besser ist es, im Moment zu bleiben und sich auf den Prozess zu konzentrieren. Wer – wie an hektischen Tagen – weniger Zeit hat, über mögliche Resultate nachzudenken, kann oft instinktiver spielen. Das bedeutet nicht, gehetzt zum Abschlag zu kommen, sondern frühzeitig anzureisen und die Zeit vor der Runde mit der richtigen Absicht zu nutzen: eine klare spielerische Intention setzen, die Freude am Spiel in den Vordergrund stellen und in einen natürlichen Flow finden – so wie früher, als man als Kind einfach draussen gespielt hat.
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