Justin Rose beweist in Torrey Pines seine zeitlose Klasse
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Mit einer Vorstellung für die Geschichtsbücher hat Justin Rose beim Farmers Insurance Open in Torrey Pines eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Spitzenklasse im Golfsport kein Ablaufdatum kennt.
Der 45-jährige Engländer dominierte das Feld ebenso wie den anspruchsvollen South Course und sicherte sich einen Rekordsieg, der ihn in illustrer Gesellschaft mit Legenden wie Jack Nicklaus, Tiger Woods und Scottie Scheffler verortet.
Runden von 62, 65, 68 und 70 Schlägen führten zu einem Gesamtscore von -23 (265). Damit unterbot Rose den bisherigen Turnierrekord um einen Schlag – eine Marke, die Woods 1999 und George Burns 1987 aufgestellt hatten, allerdings zu einer Zeit, als Torrey Pines deutlich weniger bissig war als jener South Course, der 2008 Schauplatz der US Open war. Der Vorsprung von sieben Schlägen ist der grösste Siegmargin seit Woods’ Triumph 2008 und unterstreicht die Deutlichkeit dieses Erfolgs.
Historisch ist auch die Konstanz: Rose führte das Turnier nach jeder einzelnen Runde an – etwas, das zuletzt Tommy Bolt 1955 gelungen war, lange bevor das Event nach Torrey Pines umzog. Zudem ist Rose nun der älteste Sieger in der Geschichte des Turniers, das 2026 letztmals unter dem Namen Farmers Insurance Open ausgetragen wurde.
Statistisch war der Auftritt ebenso makellos wie visuell überzeugend. Rose traf knapp 82 Prozent der Greens in Regulation, war Zweiter in Strokes Gained: Approach (+7,25) und Zehnter im Putting (+3,53). Es war eine Demonstration von Präzision, Kontrolle und strategischer Reife – jener Mischung, die Rose selbst bei den ganz Grossen des Spiels verortet.
«Ich war diese Woche extrem diszipliniert», sagte Rose. «Nicht nur das Spiel, sondern auch das Denken, die Geduld im richtigen Moment und die Fähigkeit, kleine Fehler sofort zu neutralisieren. Das ist strategische Reife – genau das, was die besten Spieler der Geschichte auszeichnet.»
Der Sieg katapultierte Rose auf Position drei der Weltrangliste und machte ihn – hinter Vijay Singh – zum zweitältesten Spieler, der je unter die Top drei vorstiess. Sein Alter sieht Rose dabei weniger als Erzählung denn als Begleiterscheinung: Stolz ja, Selbstzufriedenheit nein.
Beeindruckt zeigte sich auch Sahith Theegala, der als Teamkollege in der TGL einen neuen Einblick in Roses Alltag gewonnen hat. Theegala hob insbesondere Roses körperliche Vorbereitung, seine Ballgeschwindigkeit und den ungebrochenen Ehrgeiz hervor – Eigenschaften, die es ihm erlauben, Familie und Hochleistungssport auf bemerkenswerte Weise zu verbinden. Für Theegala ist klar: Rose ist über zwei Jahrzehnte hinweg erstaunlich oft unterschätzt worden.
Dass in Roses Palmarès «nur» ein Major-Titel steht, bleibt der kleine Makel einer ansonsten herausragenden Karriere. Fünf zweite Plätze bei Majors, darunter Rang zwei bei The Open 2024 sowie die bittere Niederlage im Playoff gegen Rory McIlroy beim Masters im April, sind zugleich offene Rechnungen – und starke Motivationsquellen. Rose selbst sieht darin den Beweis, dass «noch genug im Tank» ist. Die Kunst bestehe nun darin, dieses Niveau im entscheidenden Moment abzurufen.
Am Rande des Turniers sorgten auch andere Personalien für Schlagzeilen: Brooks Koepka kehrte aus der LIV Golf League zurück und belegte Rang 56, während Patrick Reed seinen Abschied von der saudisch finanzierten Serie ankündigte, um die PGA Tour Card zurückzuerobern. Rose selbst hatte Angebote von LIV bereits 2022 ausgeschlagen – aus Überzeugung. Sein kindlicher Traum von Majors und grossen Titeln wog schwerer als jeder Bonus.
Rückblickend sieht sich Rose bestätigt. Die Nähe zu weiteren Major-Siegen, die Qualität seines Spiels und nun dieser Triumph in Torrey Pines zeigen, dass seine Entscheidung nicht nur ideell, sondern auch sportlich richtig war. Für Justin Rose ist dieser Sieg mehr als ein weiterer Titel – er ist ein Statement: Erfahrung, Disziplin und Leidenschaft können auch im fortgeschrittenen Golfalter den Unterschied machen.
Photo by Orlando Ramirez/Getty Images
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