Angel Hidalgo
News ➝ US Open  ·  2026-06-09 11:58:26  · golf.page-intro.author Tom Page

«Golf's longest Day»: Wie Angel Hidalgo das Ticket für die US Open löste

Für viele Profis führt der Weg zur US Open über einen der härtesten Tage im Golfsport. Der sogenannte «Golf’s Longest Day» verlangt den Spielern gleich 36 Qualifikationslöcher an einem einzigen Tag ab. Wer diesen Marathon übersteht, darf vom Startplatz bei der US Open träumen.

Einer der grossen Gewinner in diesem Jahr war der Spanier Angel Hidalgo. Der 27-Jährige sicherte sich auf dem traditionsreichen Platz von Walton Heath in Surrey einen der begehrten Startplätze für die US Open in Shinnecock Hills. Mit insgesamt elf Schlägen unter Par qualifizierte er sich souverän für sein Major-Debüt. Die Grundlage dafür legte er bereits am Morgen mit einer spektakulären 62er-Runde, die gleichzeitig den Platzrekord egalisierte.

Perfekte Vorbereitung

Hidalgo quartierte sich weniger als zehn Autominuten vom Golfplatz entfernt ein. Sein Turniertag begann bereits drei Stunden vor dem ersten Abschlag um 7.20 Uhr. Die Routine war klar definiert: Aufstehen, duschen, zum Platz fahren, aufwärmen, frühstücken und die Fahnenpositionen im Birdiebook markieren. Auf dem Speiseplan stand ein Schinken-Käse-Omelett, bevor die letzten Dehnübungen folgten.

Der Schlüssel: Ein schneller Start

Aus früheren Qualifikationen wusste Hidalgo, wie wichtig die ersten Löcher sind. «Wenn du schlecht startest, siehst du überall Birdies auf den Leaderboards und denkst sofort, dass du bereits zu weit zurückliegst», erklärt er. Diesmal lief alles nach Plan. Vier Birdies auf den ersten fünf Löchern sorgten früh für Selbstvertrauen und hielten den Spanier in der Spitzengruppe.

Pasta zwischen den Runden

Zwischen den beiden Durchgängen blieben lediglich 55 Minuten Zeit. Hidalgo setzte auf eine einfache Strategie: Pasta als leichte Mahlzeit, einige Bälle auf der Range und ein paar Putts auf dem Übungsgrün. Mehr Zeit blieb nicht, bevor die zweite Runde begann.

Der Glaube an die eigene Chance

Bereits eine Woche vor der Qualifikation war Hidalgo überzeugt, dass er es schaffen würde. Seinem Putting-Coach, seiner Mutter, seinem Bruder und seinem besten Freund sagte er immer wieder, sie sollten bereits Flüge für die US Open suchen. «Mein bester Freund hat darüber gelacht. Aber manchmal spürt man einfach, dass etwas passieren wird.» Neben einer klugen Spielstrategie brauche es bei einer US-Open-Qualifikation auch Mut und etwas Glück. Entscheidend sei zu erkennen, wann der richtige Moment gekommen ist, Risiken einzugehen.

Nervenkrieg bis zum Schluss

Nach der 62 am Morgen änderte Hidalgo seine Taktik am Nachmittag. Die Bedingungen wurden schwieriger, weshalb er zunächst auf sicher spielte und davon ausging, dass seine zehn Schläge unter Par aus der ersten Runde reichen würden. Erst auf Loch 14 warf er einen Blick auf das Leaderboard und stellte fest, dass zahlreiche Konkurrenten weiterhin stark spielten. Als er anschliessend wichtige Par-Putts auf den Löchern 17 und 18 versenkte, glaubte er erstmals an die erfolgreiche Qualifikation. Doch die Anspannung blieb.

«Danach schaut man hundertmal pro Minute aufs Leaderboard.» Selbst als die Verantwortlichen der USGA bereits das offizielle Foto machten, rechnete Hidalgo noch verschiedene Szenarien durch und befürchtete ein mögliches Stechen.

Die schwierigsten Löcher kamen danach

Die grösste Herausforderung begann paradoxerweise nach der Traumrunde vom Morgen. «Nach zehn unter Par denkst du schnell, dass die Arbeit erledigt ist. Aber genau dann musst du konzentriert bleiben.» Besonders wichtig sei gewesen, auf den ersten Löchern der Nachmittagsrunde kein Bogey zu notieren. Ein früher Fehler hätte sofort Zweifel ausgelöst. Der Par-Putt auf dem ersten Loch der zweiten Runde gab ihm sogar mehr Selbstvertrauen als die 62 am Morgen.

Keine Zeit zum Feiern

Von einer grossen Feier konnte keine Rede sein. Bereits am nächsten Tag reiste Hidalgo nach Belgien weiter, um sich auf das nächste Turnier vorzubereiten. Währenddessen liefen die Vorbereitungen für die US Open auf Hochtouren. Familie und Management organisierten Flüge, Tickets und Unterkünfte.

Kindheitstraum US Open

Für viele Golfer ist das Masters das grösste Ziel. Bei Hidalgo war das anders. Schon als Amateur betrachtete er die US Open als sein persönliches Wunsch-Major. «Jeder Spieler erlebt dort schwierige Momente. Und genau solche Situationen mag ich.» Mit dieser Einstellung reist der Spanier nun nach New York. Sein erstes Ziel ist dabei bewusst bescheiden: den Cut schaffen und alle vier Runden spielen. Alles Weitere wäre für den Debütanten ein zusätzlicher Bonus.

Photo by Getty Images