100 Majors in Serie: Der Wahlschweizer Adam Scott schreibt Golfgeschichte
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Als Adam Scott im Jahr 2001 bei The Open Championship in Royal Lytham & St Annes abschlug, galt er als eines der grössten Talente des internationalen Golfsports. 25 Jahre später steht der Wahlschweizer nun vor einem historischen Meilenstein: Beim US Open im kommenden Monat wird der ehemalige Weltranglistenerste seinen 100. Major-Start in Folge absolvieren.
Eine Zahl, die vor ihm erst ein anderer Spieler erreicht hat: Jack Nicklaus.
Besonders beeindruckend ist dabei nicht nur die Marke selbst, sondern die Art und Weise, wie Scott sie erreicht hat. Seit seinem zweiten Major-Auftritt 2001 hat der Australier kein einziges Major mehr verpasst. Jahr für Jahr hielt er sich auf höchstem Niveau – über mehrere Golfgenerationen hinweg.
Sein Major-Debüt hatte Scott bereits 2000 als 19-Jähriger gegeben. Ein Jahr später begann die Serie, die bis heute andauert. Damals stand er unter anderem gemeinsam mit Gary Player im Feld. Der Südafrikaner war zu diesem Zeitpunkt 65 Jahre alt und spielte die letzte Open seiner Karriere.
97 Major-Turniere später trat Scott beim Masters 2026 gemeinsam mit dem erst 18-jährigen Mason Howell an – einem Spieler, der 72 Jahre nach Gary Player geboren wurde. Kaum etwas verdeutlicht Scotts aussergewöhnliche Langlebigkeit besser.
Beim PGA Championship vergangene Woche absolvierte der heute 45-Jährige seinen 99. Major-Start in Folge. Bemerkenswert bleibt dabei, dass Scott in dieser Zeit «nur» einen Major-Titel gewinnen konnte – das Masters 2013 in Augusta.
Doch genau darin liegt auch die besondere Geschichte seiner Karriere.
Viele würden einen einzigen Major-Sieg bei 99 Starts als zu wenig betrachten. Gleichzeitig zeigt Scotts Bilanz aber vor allem eines: wie konstant und unterschätzt der Australier über Jahrzehnte hinweg geblieben ist.
Denn eine solche Serie entsteht nicht automatisch. Zwar besitzt Scott dank seines Masters-Triumphs ein lebenslanges Startrecht in Augusta National, doch für die übrigen Majors musste er sich jedes Jahr neu qualifizieren – gegen immer neue Generationen von Weltklassespielern.
Seine Karriere begann mitten in der Dominanz von Tiger Woods. Danach folgten Duelle mit Phil Mickelson und Ernie Els, später mit Rory McIlroy, Brooks Koepka und inzwischen Scottie Scheffler. Während viele grosse Namen kamen und gingen, blieb Scott konstant präsent.
Insgesamt sammelte der Australier in seiner Major-Karriere 19 Top-10-Klassierungen, acht davon in den Top 5. Besonders schmerzhaft bleibt bis heute die Open Championship 2012, als Scott den Titel auf den letzten Löchern noch aus der Hand gab.
Trotzdem taucht sein Name oft nicht sofort auf, wenn über die prägenden Spieler seiner Generation gesprochen wird.
Dabei liegt Scotts grösste Stärke genau dort, wo viele andere längst verschwunden sind: in seiner Beständigkeit. Spieler wie Brooks Koepka, Jon Rahm oder Justin Thomas besitzen zwar mehr Major-Titel, doch kaum jemand erreichte über einen derart langen Zeitraum ein vergleichbares Niveau.
Bereits 2001 schaffte Scott erstmals den Sprung in die Top 50 der Weltrangliste. 25 Jahre später gehört er immer noch dazu. Noch eindrücklicher: Von allen Spielern, die damals gemeinsam mit ihm in den Top 50 standen, ist Scott der einzige, der heute noch dort vertreten ist.
Und vieles deutet darauf hin, dass seine Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist.
In seinen letzten sieben Major-Starts erreichte Scott ein Top 10, zwei Top 20 sowie ein weiteres Top-25-Resultat. Der verpasste Cut beim PGA Championship in Aronimink war zwar ein Rückschlag, doch bei der US Open in Shinnecock dürfte der Australier einmal mehr beweisen, dass man ihn nie unterschätzen sollte.
Photo by Getty Images
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