Ben Hogan – die unvergängliche Legende
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Wäre Ben Hogan noch am Leben, würde er diesen August 113 Jahre alt. Und doch scheint der Mann, der 1997 verstarb, lebendiger denn je. Wer vergangene Woche beim Charles Schwab Challenge in Fort Worth vor Ort war oder zuschaute, merkte schnell: Hogan ist da – nicht körperlich, aber spürbar. In der Luft. In Gesprächen. In Geschichten. Und im kollektiven Gedächtnis des Golfsports.
Jeder Spieler, der beim Turnier abschlug – ob Texaner wie Scottie Scheffler oder Jordan Spieth, ob Engländer wie Tommy Fleetwood – kam an der ikonischen Hogan-Statue vorbei. Sie steht im Colonial Country Club wie ein Denkmal an Präzision, Haltung und Disziplin. Manche schauten auch im «Hogan Room» vorbei, jenem Raum im Clubhaus, der seinem Leben gewidmet ist.
Der Einfluss war auch in der TV-Übertragung spürbar. Jim Nantz erzählte auf CBS von Rickie Fowler, der einst den Ben Hogan Award als College-Spieler gewann. Während der Werbepausen erinnerte Nantz seinen Kollegen Trevor Immelman an Geschichten von Ken Venturi, einem der wenigen, denen Hogan selbst einmal Schwungtipps gegeben hatte.
Eine davon: Hogan eröffnet ein Turnier mit einem Triple Bogey. Venturi entschuldigt sich beim Gang zum zweiten Abschlag: «Sorry wegen des Starts, Ben.» Hogan trocken: «Deshalb spielt man 72 Löcher.» Er gewinnt am Ende mit fünf Schlägen Vorsprung.
Mythos mit Substanz
Hogans Aura beruht nicht nur auf Geschichten. Sie ist verankert in seinem Weg: Armut in der Kindheit, ein beinahe tödlicher Autounfall 1949, von dem er sich mit beispielloser Willenskraft zurück kämpfte. Seine Worte waren rar, doch präzise. Legendär: «The secret is in the dirt.»
Hogan war kein Mann der Öffentlichkeit. Doch seine Disziplin, seine unermüdliche Suche nach dem perfekten Golfschwung – sie inspirieren bis heute. Selbst Tiger Woods hat seine Bewegungen studiert, erhielt 2019 den Ben Hogan Award der Golf Writers Association of America – nur fünf Tage vor seinem Masters-Sieg.
Ein Einfluss, der bleibt
Der diesjährige Schwab-Sieger Ben Griffin spielte wie Hogan einst für die University of North Carolina, scheiterte zunächst als Profi, kehrte zurück – und gewann. Ein Freund verglich ihn mit Hogan: «Ben hat seinen eigenen Weg und Schwung gefunden – wie Hogan.»
Auch die Golf-Literatur trägt zur Legende bei. Hogans Buch Five Lessons von 1957 ist immer noch das meistverkaufte Golfbuch auf Amazon. Die Neuauflage enthält ein Vorwort von Lee Trevino und zusätzliche Dokumente – darunter eine CBS-Interview-Transkription von 1983, in der Hogan sagt:
«Ich bedaure es für reiche Kinder von heute. Sie haben nie die Gelegenheit, die ich hatte, nämlich durch harte Zeiten zu lernen.»
Der stille Beobachter
Ein besonders poetischer Moment stammt vom Musiker T Bone Burnett, der in Fort Worth aufwuchs. Er erinnert sich, wie Hogan im Clubhaus von Shady Oaks sass, über die Driving Range blickte – und manchmal einfach hinter einem Spieler auftauchte, wortlos beobachtete, und dann wieder verschwand. Ein Schatten, eine Präsenz, ein Prüfstein.
Hogan ist mehr als nur eine Ikone. Er ist ein Teil der Golf-DNA.
Wie Jim Nantz sagt: «Hogan verkörpert die Suche nach Perfektion – das spüren die Spieler bis heute.»
Photo by Getty Images
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