Jack Nicklaus gewinnt 50-Millionen-Dollar-Prozess
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Eine Jury in Florida spricht der Golflegende im Streit um falsche LIV-Golf-Vorwürfe Schadenersatz zu.
Eine Jury im US-Bundesstaat Florida hat Jack Nicklaus im Rahmen seiner Verleumdungsklage gegen die Nicklaus Companies, das heute vom Milliardär Howard Milstein kontrollierte Unternehmen, eine Entschädigung in Höhe von 50 Millionen US-Dollar zugesprochen. Das Urteil folgt einige Monate, nachdem ein Gericht in Manhattan den Versuch des Unternehmens abgewiesen hatte, Nicklaus die Nutzung seines eigenen Namens für Golfplatzdesigns und andere geschäftliche Aktivitäten zu untersagen. Der 85-jährige Nicklaus hatte seine Gegenklage eingereicht, nachdem in früheren Verfahren schädigende Aussagen über ihn gemacht worden waren.
In seiner Klage führte Nicklaus an, die Beklagten hätten fälschlicherweise angedeutet, er habe ein Angebot über 750 Millionen US-Dollar geprüft, um das öffentliche Gesicht der von Saudi-Arabien finanzierten LIV Golf League zu werden, und diese falschen Informationen gezielt an Medien weitergegeben. Die Anwälte von Nicklaus legten Beweise vor, dass ein Mitarbeiter der Nicklaus Companies 2021 ein Treffen mit Vertretern von Golf Saudi arrangiert hatte, um über den Entwurf eines Golfplatzes in Saudi-Arabien zu sprechen. Während dieses Treffens habe Nicklaus erfahren, dass Golf Saudi ihn für eine Führungsposition bei LIV Golf gewinnen wollte. Laut Gerichtsunterlagen lehnte Nicklaus das Angebot ab, da er die PGA Tour als wesentlichen Bestandteil seines Lebenswerks betrachte. Wenn die PGA Tour gegen eine konkurrierende Liga sei, würde er sich nicht daran beteiligen, heisst es in den Akten.
Gerichtsunterlagen zeigen zudem, dass Nicklaus den Beklagten vorwarf, sie hätten behauptet, er sei nicht mehr in der Lage, seine geschäftlichen Angelegenheiten zu führen und leide an Demenz. Die Jury kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen den Ruf des 18-fachen Major-Siegers geschädigt und ihn «lächerlich gemacht sowie Misstrauen, Verachtung und Hass» ausgesetzt habe. Während das Urteil gegen das Unternehmen selbst erging, wurden Milstein und der leitende Angestellte Andrew O’Brien von der persönlichen Haftung freigesprochen.
Der Ursprung des Konflikts reicht bis Mai 2007 zurück, als Nicklaus Companies dem Golfer 145 Millionen US-Dollar für die exklusiven Rechte an seinen Golfplatzdesigns sowie für sämtliche Marketing-, Werbe- und Markenrechte zahlte. Nicklaus trat 2017 von seiner Position im Unternehmen zurück, wodurch eine fünfjährige Wettbewerbssperre in Kraft trat, die ihm untersagte, eigenständig Golfplätze zu entwerfen. Im Mai 2022 legte er sein Amt im Verwaltungsrat nieder. Kurz darauf reichte Nicklaus Companies Klage gegen Nicklaus und seine Firma GBI Investors ein und warf ihm Vertragsbruch, Treuepflichtverletzung und unlautere Einflussnahme vor. Das Unternehmen behauptete, Nicklaus habe Geschäftsmöglichkeiten zu seinem eigenen Vorteil von der Firma abgezogen.
Im Juli 2024 entschied ein Schiedsgericht in Florida, dass Nicklaus nicht länger an die Wettbewerbssperre gebunden sei und nun die volle Freiheit habe, unabhängig Golfplätze zu entwerfen.
Photo by Ben Jared/PGA TOUR via Getty Images
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