DeChambeau zweifelt an LIV-Kurs
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«Wir haben nicht für 72 Löcher unterschrieben»
Bryson DeChambeau äussert erstmals offen Zweifel an der geplanten Umstellung von LIV Golf auf ein 72-Loch-Format. Der zweifache US-Open-Sieger, dessen Vertrag nach der Saison 2026 ausläuft, zeigt sich irritiert über eine Entwicklung, die nicht dem entspreche, was den Spielern ursprünglich zugesichert worden sei.
Es fühlt sich zunehmend so an, als hänge die Zukunft von LIV Golf eng mit jener von Bryson DeChambeau zusammen. Nach den überraschenden Abgängen von Brooks Koepka und Patrick Reed zählt DeChambeau neben Jon Rahm zu den letzten verbliebenen Superstars der saudisch finanzierten Tour. Entsprechend intensiv wird er seit Wochen auf seine sportliche und vertragliche Zukunft angesprochen.
In einem Interview mit Today’s Golfer sprach DeChambeau nun ungewöhnlich offen über seine Vorbehalte gegenüber der geplanten Formatänderung. «Es hat sich klar von dem entfernt, was man uns ursprünglich gesagt hat», erklärte der 31-Jährige. Man habe sich intern gefragt, weshalb diese Bewegung überhaupt stattfinde. «Uns wurde etwas anderes versprochen, und das hat definitiv zu neuen Gedanken geführt.»
Zwar betont DeChambeau, dass er für diese Saison unter Vertrag stehe und sich zunächst darauf konzentriere. Gleichzeitig macht er aber keinen Hehl daraus, dass ihn die Umstellung auf 72 Löcher nicht überzeugt. «Ist es das, wofür wir unterschrieben haben? Nein», so der Captain von Crushers GC. LIV Golf habe sich bewusst als Alternative positioniert, nun gehe ein Teil dieser Differenzierung verloren. Seine Haltung beschreibt DeChambeau selbst als «indifferent».
Hinzu kommt ein Faktor ausserhalb des Platzes. DeChambeau betreibt einen äusserst erfolgreichen YouTube-Kanal mit rund 2,6 Millionen Abonnenten, auf dem er regelmässig mit prominenten Gästen auftritt. Vor wenigen Wochen bezeichnete er es als «durchaus realistische Option», sich langfristig stärker auf digitale Inhalte zu konzentrieren und die Majors über Einladungen zu spielen. Vor diesem Hintergrund erscheint es nachvollziehbar, dass zusätzliche Turnierrunden samt globaler Reisetätigkeit für ihn an Attraktivität verlieren – insbesondere, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen unverändert bleiben.
Während Rahm die 72-Loch-Umstellung als Chance sieht, um Weltranglistenpunkte und sportliche Legitimität für LIV Golf zu erlangen, wirkt DeChambeau deutlich skeptischer. Hinter den Kulissen könnte sich damit ein Richtungsstreit zwischen den beiden Zugpferden der Liga entwickeln. Fest steht: Ein unentschlossener Bryson DeChambeau ist für LIV Golf – und für den Golfsport insgesamt – kaum das gewünschte Szenario.
Photo Getty Images
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