Tiger Woods: «Das Masters ist nicht vom Tisch»
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Tiger Woods sass entspannt im Presseraum des Genesis Invitational, doch in seinen Antworten lag Gewicht. Es war keine flüchtige Medienrunde, sondern eine Standortbestimmung. Gesundheit, Comeback, Tour-Politik – und immer wieder Augusta.
Auf die Frage, ob ein Start beim Masters Tournament ausgeschlossen sei, lächelte Woods und antwortete mit einem klaren «Nein». Zwei Monate vor dem ersten Major des Jahres ist das eine Aussage, die in der Golfwelt nachhallt.
Seit The Open Championship in Royal Troon hat Woods kein Turnier mehr gespielt. Im Oktober folgte seine siebte Rückenoperation, diesmal ein Bandscheibenersatz. «Ich versuche es, sagen wir es so», sagte der 15-fache Major-Sieger. «Ich hatte eine versteifte Wirbelsäule, jetzt einen Bandscheibenersatz. Das ist herausfordernd.»
Er schlage wieder volle Bälle, doch der Rücken sei noch wund. Es brauche Geduld. Woods verwies auf Will Zalatoris, der nach einer ähnlichen Operation lange für seine Rückkehr benötigte. «Ich bin ein bisschen älter als Willy Z. Also wird es bei mir wohl etwas länger dauern. Mein Körper hat einiges durchgemacht.»
Die im März gerissene linke Achillessehne sei hingegen kein Problem mehr. «Das ist kein Thema», erklärte Woods trocken. «Ich kann zwar keinen Basketball mehr dunken, aber darüber muss ich mir keine Sorgen machen.» Der Humor ist geblieben, auch wenn der Weg zurück ein mühsamer ist. Tag für Tag arbeite er daran, stärker zu werden, Ausdauer aufzubauen und seinen Körper wieder auf ein Niveau zu bringen, «auf dem ich auf höchstem Level spielen kann».
Mit seinem 50. Geburtstag im Dezember hat sich für Woods eine neue Perspektive eröffnet: die PGA Tour Champions. Dort ist die Nutzung eines Carts erlaubt. «Hier draussen werde ich kein Cart benutzen, daran glaube ich nicht», stellte er mit Blick auf die PGA Tour klar. «Aber auf der Champions Tour ist das definitiv eine Möglichkeit.» Ein Satz, der zeigt, wie differenziert Woods seine Zukunft plant – ambitioniert, aber realistisch.
Emotional wurde es, als er auf Anthony Kim angesprochen wurde, der bei LIV Golf Adelaide seinen ersten Profisieg seit 16 Jahren gefeiert hatte. Woods erinnerte an Kims Auftritte in seiner Blütezeit, an dessen Ryder-Cup-Performance 2008 und an dessen aussergewöhnliches Talent. «Er konnte jeden Schlag spielen. So viel natürliches Talent.»
Dass Kim nach persönlichen Rückschlägen und zwölf Jahren fern vom Tourgeschehen zurückgekehrt ist und nun wieder gewonnen hat, berührte Woods spürbar. «Wir alle kennen schwierige Zeiten im Leben. Aber von so einem Tief zurückzukommen – das ist eine Geschichte, die man einfach ins Herz schliessen muss.»
Neben seinem eigenen Comeback sprach Woods ausführlich über seine Arbeit in den Tour-Gremien. Die geplanten Anpassungen für die Saison 2026 seien komplex, möglicherweise würden Teile erst 2027 vollständig umgesetzt. «Ich dachte, ich hätte in meiner Prime viele Stunden trainiert. Das ist nichts im Vergleich zu dem, was wir im Boardroom leisten», sagte er. Ziel sei es, das Wettbewerbsmodell weiterzuentwickeln, Märkte strategisch zu justieren und gleichzeitig Chancen für kommende Generationen zu sichern.
Auch eine mögliche Terminverschiebung des Genesis Invitational in spätere Monate sei eine Option. Mit Blick auf einen August-Termin meinte Woods schmunzelnd, dann gäbe es «perfektes Wetter in Südkalifornien». Hinter dem Humor steckt eine ernsthafte Diskussion über Saisonstruktur, Playoffs und Marktpositionierung.
Zur Frage einer möglichen Rolle als Ryder-Cup-Captain blieb Woods zurückhaltend. Er sei um seine Einschätzung gebeten worden, habe aber noch keine Entscheidung getroffen. «Ich muss herausfinden, ob ich der Aufgabe zeitlich gerecht werden kann – unserem Team, unseren Spielern und allen Beteiligten gegenüber.»
Was in Riviera deutlich wurde: Woods wägt ab, analysiert, plant. Doch als es um eine Absage in Augusta ging, war da dieses kurze Lächeln. Und dieses klare «Nein». Solange das Masters für ihn nicht vom Tisch ist, bleibt auch die Vorstellung einer weiteren Tiger-Woche in Augusta National lebendig.
Photo by Tracy Wilcox/PGA TOUR via Getty Images
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