Russell Henleys Schlussfeuerwerk zerstört Eric Coles Märchen in Colonial
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Russell Henley gewinnt die Charles Schwab Challenge nach einem dramatischen Finish im Colonial Country Club. Während Henley mit vier Birdies auf den letzten vier Löchern triumphiert, zerplatzt für Eric Cole der Traum vom ersten PGA-Tour-Sieg auf besonders bittere Weise erst im Playoff.
Es war eines dieser Endspiele, die den Golfsport gleichzeitig faszinierend und brutal machen. Lange Zeit sah alles danach aus, als würde Eric Cole im traditionsreichen Colonial Country Club endlich seinen ersten PGA-Tour-Titel feiern. Der 37-Jährige hatte vor dem Turnier bereits über 12 Millionen Dollar Preisgeld auf der Tour verdient — jedoch ohne einzigen Sieg. Genau das sollte sich in Fort Worth ändern.
Nach seiner glänzenden 63 am Samstag startete Cole mit der Führung in den Finaltag. Die Schlussrunde selbst war nicht spektakulär, aber kontrolliert genug, um den Titelkurs zu halten. Mit Even Par 70 brachte er sich mit -12 ins Klubhaus und stand am 18. Loch plötzlich nur noch wenige Minuten vom Karriere-Highlight entfernt.
Alles hing nun an Russell Henley.
Cole hatte seinen Abschlag auf der 18 perfekt ins Fairway gesetzt und beobachtete von dort aus Henleys schwierigen Birdie-Putt aus knapp fünf Metern. Der Plan war simpel: verfehlt Henley den Putt, gehört Cole der Titel.
Doch genau in diesem Moment zeigte Golf wieder einmal seine gnadenlose Seite.
Henley lochte den Putt, schrie seine Emotionen heraus und ballte die Faust. Mit Birdies auf den letzten drei Löchern hatte er sich plötzlich zurück ins Titelrennen katapultiert und Ben Griffin, den Titelverteidiger, ebenfalls noch abgefangen. Nur Ben Hogan bleibt damit der letzte Spieler, der dieses Turnier zweimal in Serie gewinnen konnte.
Für Cole war die Chance trotzdem noch da. Aus 137 Yards hätte ein Birdie auf der 18 den Sieg bedeutet. Doch der Annäherungsschlag verschwand links im Rough, der Chip lief am Loch vorbei — Playoff.
Und selbst dort schien das Schicksal kurz auf Coles Seite zu kippen.
Sein Drive auf der ersten Extrabahn flog direkt in die Äste der linken Baumreihe. Doch irgendwie befreite sich der Ball aus den Blättern, sprang zurück ins kurze Gras und rollte unglaubliche 327 Yards weit. Plötzlich hatte Cole sogar den besseren Winkel als Henley.
Charles Schwab Challenge
CBS-Kommentator Jim Nantz sprach bereits von einem kleinen Wunder.
Doch die Hoffnung hielt nur kurz.
Henley besprach sich lange mit Caddie Andy Sanders und zirkelte seinen Schlag anschliessend bis auf vier Fuss an die Fahne. Cole kam nicht näher als knapp vier Meter. Sein Birdie-Putt brach zu stark — vorbei.
Henley machte alles klar.
Mit Ehefrau und drei Kindern feierte der Amerikaner seinen sechsten PGA-Tour-Sieg. Die Schlussrunde in 67 Schlägen und insbesondere vier Birdies auf den letzten vier Löchern gehörten zu den spektakulärsten Finishs der bisherigen Saison.
«Ich war auf den Front Nine nervös und hektisch», sagte Henley später. «Andy sagte nur: ‹Reset›. Danach beruhigte ich mich und die Putts fielen plötzlich.»
Der 37-Jährige sprach nach dem Sieg auch offen darüber, dass er sich mental während Teilen dieser Saison «nicht ganz richtig» gefühlt habe. Noch beim Ryder Cup in Bethpage im vergangenen Herbst wirkte Henley gehemmt und unsicher. Nun gelang ihm in Colonial ein emotionaler Neustart, der seine späte Karriere-Blüte erneut bestätigt.
Für Eric Cole blieb dagegen nur Enttäuschung.
Besonders bitter: Der Finaltag fiel ausgerechnet auf den 71. Geburtstag seiner Mutter Laura Baugh, selbst einst erfolgreiche Profigolferin. Vater Bobby Cole gewann früher auf der PGA Tour. Die Familiengeschichte schien perfekt vorbereitet für den ersten grossen Triumph des Sohnes.
Doch stattdessen sagte Cole nach der Niederlage nur einen einfachen Satz:
«Ich hätte einfach einen Schlag besser spielen müssen.»
Natürlich bleibt auch Positives. Cole qualifizierte sich dank des starken Resultats für das kommende Signature Event beim Memorial Tournament. Doch seine Körpersprache sprach Bände.
Chancen auf einen PGA-Tour-Sieg bekommt man nicht unendlich viele.
Photos by Stacy Revere/Getty Images
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