Sergio Garcia of Spain and team Europe, Jon Rahm of Spain and team Europe, and vice-captain Luke Donald of England
News ➝ Ryder Cup  ·  2025-01-14 11:44:09

Sergio García und der Ryder Cup

Diese Ryder-Cup-Regel könnte Sergio Garcías Träume vom Captainsposten platzen lassen.

Sergio García galt lange als sicherer Kandidat für den Posten des Ryder-Cup-Captains. Doch die Entscheidung des spanischen Golfstars, 2022 zu LIV Golf zu wechseln und 2023 seine Mitgliedschaft bei der DP World Tour aufzugeben, könnte diesen Traum zunichtemachen. Ebenso wie seine ehemaligen europäischen Teamkollegen Ian Poulter und Lee Westwood sieht sich García durch eine Regelung der DP World Tour von 2018 in seiner Karriereplanung eingeschränkt.

Diese Regel besagt, dass „Spieler nicht Ryder-Cup-Captain oder Vizecaptain Europas sein können, wenn sie die Mitgliedschaft in der European Tour ablehnen oder ihre Mindestverpflichtung für Veranstaltungen in einer Saison nicht erfüllen“. Dies berichtete James Corrigan im Telegraph.

García hat zwar über eine Million Euro an Strafen gezahlt und ist wieder der DP World Tour beigetreten, um sich für das europäische Team beim Ryder Cup 2025 in Bethpage Black zu qualifizieren. Westwood und Poulter hingegen verzichteten auf diesen Schritt. Dennoch bleibt Garcías Zukunft im Ryder-Cup-Team ungewiss.

Loch 7 Bethpage Black Course
Ryder Cup 2025

Bethpage Black

Europas aktueller Kapitän, Luke Donald, hatte zunächst angedeutet, dass García diesen Herbst als Vizecaptain agieren könnte. Doch beim Team Cup in Abu Dhabi änderte Donald seine Haltung. „Die Regeln müssten geändert werden, wenn Sergio ein Assistent sein soll“, sagte Donald gemäss dem Telegraph. „Ich habe also nicht viel darüber nachgedacht, weil dieses Szenario derzeit nicht erlaubt ist.“

Ob die DP World Tour diese Regelung ändern wird, hängt stark von der Entwicklung der Golfwelt ab. Eine Einigung wäre möglich, doch erscheint es unwahrscheinlich, dass dies rechtzeitig für den Ryder Cup 2025 geschieht.

Der 44-jährige García, Europas Ryder-Cup-Punkteführer aller Zeiten, ist seit zwei Jahrzehnten eine feste Grösse im internationalen Golf. Laut Data Golf war er 2024, nach Abschluss der LIV-Saison, der 22. beste Golfer der Welt – auf Augenhöhe mit Wyndham Clark und Tom Kim. Zudem rangierte er als achtbester europäischer Golfer, knapp hinter Shane Lowry. Im Jahr 2024 konnte García das LIV-Event in Spanien gewinnen und sich bei drei weiteren Starts den zweiten Platz sichern. In der offiziellen Weltrangliste (OWGR) liegt er jedoch auf Platz 441.

Für das europäische Team könnte García 2025 dennoch eine wertvolle Ergänzung sein. Besonders auf dem Platz in Bethpage Black, wo er bei den U.S. Open 2002 den vierten Platz belegte, könnte er erneut brillieren. Als Mitglied der Kategorie 1 der DP World Tour wäre García berechtigt, an jedem DP-Event teilzunehmen, sobald seine Sperre aufgehoben ist.

Garcías Hoffnungen, an seinem elften Ryder Cup teilzunehmen, hängen jedoch von seiner Qualifikation ab. Durch den eingeschränkten Turnierkalender von LIV Golf wird es für ihn schwierig, sich über die Punktewertung einen der sechs Plätze im Team zu sichern. Zwar ist er als ehemaliger Champion für das Masters qualifiziert, doch bei den anderen drei Majors fehlt ihm die automatische Startberechtigung. Die PGA of America verweigerte ihm im vergangenen Jahr eine Sondergenehmigung, weshalb er sich sowohl für die U.S. Open als auch für die Open Championship qualifizieren muss.

Das Verhalten Garcias hat Konsequenzen, die seinen Traum vom Captainsposten bei den Blau-Goldenen aktuell verhindern. Doch wie in der Welt des Profigolfs üblich, können sich die Umstände jederzeit ändern.