Florence Weiss fand im Golf ihre wahre Berufung
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Florence Weiss kam vom Bürotisch auf die Fairways: Eine Swiss-PGA-Professional, die ihrem Instinkt folgte.
Florence Weiss wuchs in Bern auf, arbeitete nach der Handelsschule zunächst als Sekretärin – und merkte bald, dass ein Leben hinter dem Schreibtisch nicht das Richtige für sie war. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Au-Wädenswil und blickt auf einen Weg zurück, der sie vom Juniorengolf im Berner Oberland bis auf die Ladies European Tour führte.
Der Funke sprang in den Ferien über
Die ersten Berührungspunkte mit dem Golfsport hatte Weiss während eines Familien-Golfkurses in den Ferien. Was als lockerer Einstieg begann, entwickelte sich rasch zu mehr. Als Juniorin spielte sie im Golf Club Interlaken und in Blumisberg und entwickelte ihr Spiel in zwei der schönsten Golfregionen der Schweiz kontinuierlich weiter.
Den entscheidenden Gedanken fasste sie jedoch erst während ihrer Zeit als Sekretärin nach dem Abschluss der Handelsschule in La Neuveville. Sie wollte beruflich nach draussen, sich bewegen, Sport erleben – statt täglich im Büro zu sitzen. Golf, der Sport, mit dem sie aufgewachsen war, bot genau diese Möglichkeit. Weiss entschied sich für die Ausbildung der Swiss PGA – und bereute diesen Schritt nie.
Vom Teaching Pro zur Tourspielerin
Die Swiss-PGA-Ausbildung wurde für Weiss weit mehr als nur ein beruflicher Abschluss. Sie markierte einen Wendepunkt. Im Rahmen der Ausbildung musste sie Turniere spielen und Resultate liefern, was intensives und strukturiertes Training erforderte. Was zunächst Pflicht war, entwickelte sich schnell zu echter Leidenschaft.
«Damals entdeckte ich meine Liebe zum Training und zum Turniergolf», erinnert sie sich. Dieser Ehrgeiz führte sie schliesslich an die Qualifying School der Ladies European Tour – der Beginn einer Karriere, die sie parallel zu ihrer Arbeit als Teaching Professional verfolgte. Diesen Spagat schaffen nur wenige. Weiss vereint dadurch jedoch zwei wertvolle Perspektiven: Sie kennt den Druck des Wettkampfs ebenso wie die Herausforderungen, andere Spielerinnen und Spieler besser zu machen.
Florence Weiss
Geduldig, ruhig und überlegt
Fragt man Florence Weiss nach ihrem Unterrichtsstil, antwortet sie mit drei Begriffen: geduldig, ruhig und überlegt. Dahinter steckt viel Empathie. Für sie ist entscheidend, ihre Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo sie stehen – ihr Niveau, ihre Ziele und ihre Möglichkeiten zu verstehen, bevor technische Anpassungen vorgenommen werden.
Anstatt Lernende von Beginn an mit Informationen zu überfluten, setzt sie auf einen schrittweisen Aufbau von Verständnis und Vertrauen. Diese Philosophie wurde nicht nur durch ihre Ausbildung geprägt, sondern auch durch ihre eigenen Erfahrungen als Spielerin, die sich durch verschiedene Entwicklungsphasen kämpfen musste.
Ein Mentor mit nachhaltigem Einfluss
Wie viele Golferinnen und Golfer wurde auch Weiss auf ihrem Weg von einer wichtigen Persönlichkeit geprägt. Für sie war das Christophe Bovet, ihr Coach und Mentor im Golf Club Vuissens während ihrer frühen Karrierejahre. Bovet beeindruckte sie sowohl mit seinem Schwung als auch mit seiner ruhigen Ausstrahlung. Seine gelassene und kontrollierte Art wirkt bis heute nach – und spiegelt sich deutlich in der Art wider, wie Weiss selbst unterrichtet.
Das Leben neben dem Golfplatz
Wenn Florence Weiss nicht auf dem Golfplatz steht, verbringt sie ihre Zeit meist aktiv mit ihrer Familie – ihrem Mann und ihrem Sohn, die sie liebevoll «meine Jungs» nennt. Mountainbike, Wandern, Fitness, Ski und Snowboard prägen ihren Alltag ebenso wie gemeinsame Zeit mit Freunden.
Es ist ein Leben voller Bewegung und Natur – genau jene Elemente also, die sie einst aus dem Büro hinaus und zum Golfsport geführt haben.
Der Blick nach vorne
Die nächsten Jahre sieht Weiss als Balanceakt zwischen Beruf, Familie und neuen Herausforderungen. In fünf Jahren möchte sie noch an zwei Tagen pro Woche unterrichten, weiterhin Golfreisen begleiten und daneben eine zusätzliche kleinere Tätigkeit ausüben, um mehr Abwechslung in ihren Alltag zu bringen.
Kein Rückzug also, sondern eine bewusste Gestaltung eines Lebens, in dem Golf, Familie und neue Impulse gleichermassen Platz finden.
Photos by Swiss PGA
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