Joseph Chun Ein Amerikaner in der Swiss PGA Ausbildungchun-Swiss PGA House of Swiss Golf-
News ➝ Swiss PGA  ·  2025-12-09 09:43:14  ·  TP

Joseph Chun: Ein Amerikaner in der Swiss PGA-Ausbildung

Joseph Chun, geboren in Orange County, Kalifornien, lebt heute mit seiner Schweizer Partnerin und drei Kindern in der Schweiz. Sein Weg zur Swiss PGA führte über einen ungewöhnlichen Umweg: eine Schreiner-Ausbildung bei Vogel Design AG, wo er als Maschinist, Content Creator und Küchen-Monteur tätig war.

Bevor er in die Schweiz kam, verbrachte Chun zehn Jahre in der amerikanischen Golfbranche. Der Schritt zurück zum Golf war für ihn weniger ein Richtungswechsel als ein bewusster Rückweg zu seinen Wurzeln. «Golf war immer meine erste Liebe», sagt er. Diesmal jedoch mit der Motivation, nicht für die eigene Karriere zu spielen, sondern um die nächste Generation von Spielerinnen und Spielern zu fördern.

Während seines Studiums erlebte Chun eine Schlüsselszene, die ihn bis heute prägt: Ein Teamkollege, dem er spontan beim Putten half, gewann unmittelbar danach ein Turnier – deutlich vor ihm. «Zu sehen, wie jemand anderes Erfolg hat, war für mich unerwartet erfüllend», sagt er. Dieses Verständnis, dass Lehren genauso wertvoll sein kann wie Spielen, bestimmt seine heutige Haltung als Swiss PGA Lehrender.

Die Swiss PGA Ausbildung beschreibt Chun als «kompakt, fachlich hochwertig und international respektiert». Besonders hebt er die spielerischen Anforderungen hervor: acht Qualifikationsrunden in drei Jahren, mit einem Schnitt von vier über Par oder besser. «Wer hier abschliesst, ist ein guter Golfer», sagt er. Die Kombination aus Familienleben und hohem Ausbildungsniveau machte den Wiedereinstieg anspruchsvoll – aber strukturiert.

Für Chun ist Golfunterricht vor allem präzise Analyse. Ein fundierter Blick auf den Bewegungsablauf bildet für ihn die Grundlage jeder wirksamen Korrektur. «Ein einziger falscher Tipp kann mehr schaden als helfen», sagt er und orientiert sich an Butch Harmons Grundsatz, den einen zentralen Fehler zu identifizieren, der weitere Probleme auslöst. Sein methodischer Ansatz verbindet technische Kompetenz mit Verantwortungsbewusstsein. Korrekturen müssen nachvollziehbar, zielgerichtet und individuell sinnvoll sein – nicht kurzfristig, sondern nachhaltig.

Zur Professionalität gehört für ihn auch die Sprache. Schweizerdeutsch zu sprechen, selbst wenn es nicht perfekt ist, erleichtert die Nähe zu Schülerinnen und Schülern und schafft Vertrauen. Kommunikation wird damit zu einem zentralen Bestandteil seines Unterrichts: Sie verbindet Analyse und Vermittlung und macht Diagnostik erst wirksam.

Besonders prägend ist für Chun die Vielfalt der Menschen, denen er im Rahmen seiner Ausbildung begegnet – von Elite-Spielerinnen und -Spielern über Unternehmerinnen bis hin zu Kindern, die erstmals einen Schläger in der Hand halten. «Diese unterschiedlichen Perspektiven zeigen mir immer wieder, wie breit Golf tatsächlich ist und was es für jede einzelne Person bedeuten kann», sagt er.

Über konkrete Zukunftspläne spricht Chun bewusst zurückhaltend. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass er sich langfristig eine leitende Rolle als Head Professional oder ein eigenes Projekt in der Golfbranche vorstellen kann. Für die Swiss PGA Reform ab 2026 wünscht er sich die Integration von TPI für alle Auszubildenden, um Diagnostik und Trainingssteuerung weiter zu professionalisieren.

Bilder zVg

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