Scottie Scheffler über US-Open-Zuschauer Das war etwas zu viel
News ➝ US Open  ·  2026-06-23 09:15:33  ·  Tom Page

Scottie Scheffler über US-Open-Zuschauer: «Das ging etwas zu weit»

Wyndham Clark musste auf dem Weg zu seinem zweiten US-Open-Titel in Shinnecock Hills zahlreiche Zwischenrufe über sich ergehen lassen. Nun hat sich auch Scottie Scheffler zur Stimmung rund um den Finaltag geäussert – und seinem Flightpartner den Rücken gestärkt.

Scheffler und Clark gingen am Sonntag gemeinsam in die Schlussrunde der US Open. Während die meisten Zuschauer darauf hofften, den Weltranglistenersten auf seinem Weg zum Career Grand Slam an seinem 30. Geburtstag zu begleiten, entwickelte sich die Atmosphäre zunehmend gegen Clark.

Der spätere Champion wurde während der gesamten Runde immer wieder von Zuschauern provoziert. Bei der Siegerehrung nahm Clark das Thema selbst auf.

«New York mochte mich nicht wirklich», sagte er mit einem Lächeln. «Ich liebe euch trotzdem. Aber ich verstehe es. Ein Teil davon ist selbst verschuldet. Ich habe letztes Jahr einige Dinge getan, die ich sehr bereue. Ich habe mich mehrfach entschuldigt und tue das noch immer. Hoffentlich kann ich euch irgendwann überzeugen.»

Nicht nur Clark bekam die aufgeheizte Stimmung zu spüren. Auch Rory McIlroy reagierte im Finaldurchgang mit einer spitzen Geste auf einen Zwischenrufer.

Scheffler fand nach seiner Runde differenzierte Worte. Grundsätzlich gehöre ein emotionales Publikum zum Sport, erklärte er. Gleichzeitig empfand er die Reaktionen auf einige Fehlschläge seines Mitspielers als grenzwertig.

«Die Zuschauer waren heute hart», sagte Scheffler. «New Yorker sind harte Leute. Es waren viele Fans da. Natürlich freut man sich, wenn die Leute für einen jubeln. Aber manchmal geht es etwas zu weit, wenn Bälle vom Grün rollen und sofort gejubelt wird. Das war für mich etwas zu viel.»

Der Amerikaner betonte jedoch auch, dass Profis mit solchen Situationen umgehen müssten.

«Es gab in meiner Karriere Zuschauer, die für mich waren, und es gab Zuschauer, die deutlich gegen mich waren», sagte Scheffler. «In Portrush war Rory der Publikumsliebling. Solche Situationen gibt es. Nicht jeder kommt damit zurecht.»

Besonders beeindruckt zeigte sich Scheffler davon, wie Clark mit dem Druck umging.

«Das zeigt viel über Wyndham. Wie er nicht nur diesen Golfplatz, sondern auch die Zuschauer heute gemeistert hat. Er ist ein absolut verdienter Champion.»

Als Scheffler später gefragt wurde, ob die Atmosphäre mit einem Ryder Cup oder Presidents Cup vergleichbar gewesen sei, reagierte er deutlich genervter.

«Leute, ich werde jetzt nicht die ganze Zeit über die Zuschauer sprechen», sagte er. «Ich konzentriere mich lieber auf das, was ich auf dem Golfplatz kontrollieren kann.»

Er ergänzte, dass respektvolle Unterstützung für einen Spieler völlig in Ordnung sei. Problematisch werde es erst, wenn Zuschauer bewusst während eines Schwungs störten.

«Das ist heute nicht passiert. Mehr möchte ich dazu eigentlich nicht sagen. Wenn ihr über Golf sprechen wollt, spreche ich gerne über Golf.»

Scheffler beendete die US Open mit einer Schlussrunde von eins über Par. Wyndham Clark hielt derweil dem Druck von Sam Burns stand und sicherte sich in Shinnecock Hills seinen zweiten Titel bei der US Open.

Photo by Tracy Wilcox/PGA TOUR via Getty Images