«Wir sind beide mit Herz dabei»
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Die eine glänzt auf der LET, die andere punktet auf der LPGA Tour – Morgane und Kim Métraux gehen als Golfprofis eigene Wege, bleiben sich als Schwestern aber nah. Ein Interview über Erfolge, Unterschiede und Zusammenhalt.
Kim und Morgane Métraux, die Golfsaison 2025 ist in vollem Gange. Morgane, du hast bereits einen Top-30-Platz beim LPGA Founders Cup erreicht und du Kim wurdest auf der LET Fünfte beim Ford -Women’s Open – inklusive dem sechsten Hole-in-One deiner Karriere. Wie zufrieden seid ihr bisher?
Morgane: Ich habe im Winter mein Team umgestellt – neuer Putt-Coach, neuer Schwungtrainer. Das war eine Umstellung, aber mit vielen positiven Impulsen. Ich hatte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, deshalb war es zentral, meinen Schwung so anzupassen, dass ich schmerzfrei spielen kann.
Kim: Der fünfte Platz in Australien war ein super Einstieg, und das Hole-in-One natürlich ein Highlight. Es gelang mir an einem Tag, an dem ich nur schwer in meinen Rhythmus fand. Es hat mich quasi zurück ins Turnier gebracht. Dass meine Eltern dabei waren und mit mir feiern konnten, hat den Moment umso besonderer gemacht. Und unser Heimatclub hat eine schöne Tradition: Für jedes Hole-in-One gibt’s eine Karikatur – ein witziges, persönliches Geschenk, über das ich mich sehr gefreut habe.
Wie sieht euer Alltag während der Saison aus?
Kim: Die LET bringt mich aktuell an weit entfernte Orte – Australien, Korea, Südafrika. Das bedeutet lange Flüge, Jetlag, ein straffer Spielplan. Wenn kein Turnier ansteht, trainiere ich täglich. Die Tage sind intensiv, aber ich liebe diesen Rhythmus.
Morgane: Bei mir war’s zuletzt auch sehr intensiv: vier Turniere in Folge, dann ein US-Open-Qualifier mit 36 Löchern an einem Tag und vier Stunden Autofahrt. Das zehrt. Ich freue mich jetzt auf ein paar freie Tage.
Wie nutzest du solche Pausen?
Morgane: Ich bin nicht besonders gut im Ausruhen, meistens mache ich zu viel. Aber Schlaf ist essenziell und kann durch nichts ersetzt werden. Ich gehe auch gerne ins Gym – nicht nur für Kraft, sondern auch, um mich zu regenerieren oder an meiner Schwungtechnik zu arbeiten.
Morgane Métraux
Ihr spielt auf verschiedenen Touren. Wie oft seht ihr euch? Und gebt ihr euch gegenseitig auch mal Tipps?
Morgane: Leider überschneiden sich unsere Turnierkalender selten. Vielleicht zwei- bis dreimal im Jahr starten wir am selben Turnier und spielen dann auch mal eine gemeinsame Proberunde. Früher, im College, kannten wir unsere Spielweisen in- und auswendig. Heute beobachte ich Kim eher von aussen und bin immer wieder beeindruckt, wie stark sie sich weiterentwickelt hat. Weil ich ihr Spiel aber nicht mehr so genau kenne wie früher, halte ich mich mit technischen Tipps zurück und spreche dafür eher mentale Aspekte an.
Kim: Früher haben wir uns viel beraten, heute geht es mehr um emotionale Unterstützung. Als ich letztes Jahr bei der Dutch Open in Führung lag, hat Morgane mir geschrieben: «Mach einfach weiter wie bisher – genau so bist du schliesslich so weit gekommen.» Das hat viel Druck herausgenommen.
Was verbindet euch neben Nachname und Beruf?
Kim: Wir sehen uns ziemlich ähnlich – manche halten uns sogar für Zwillinge. Und wir sind beide Perfektionistinnen. Wenn wir etwas tun, dann mit voller Hingabe. Kein Detail ist zu klein, keine Vorbereitung zu viel. Und wir geben nie auf. Wenn wir ein Ziel haben, verfolgen wir es konsequent.
Morgane: Uns verbindet vor allem die Leidenschaft für Golf. Wir sind beide mit Herz dabei.
Worin seid ihr ganz unterschiedlich?
Morgane: In fast allem sonst! (lacht) Kim ist viel familiärer, braucht Menschen um sich herum. Ich bin unabhängiger, kann gut mehrere Wochen alleine unterwegs sein. Ich liebe meine Familie, aber ich bin glücklich, wenn ich einfach nur mein Ding machen kann.
Kim: Unsere vollen Turnierkalender lassen kaum freie Zeit, aber wenn es mal eine Pause gibt, bin ich immer aktiv. Ich gehe gerne raus, entdecke die Gegend, mache Ausflüge oder probiere lokale Aktivitäten aus. Morgane hingegen entspannt sich lieber – zum Beispiel mit einem guten Buch. Auch in dieser Hinsicht könnten wir kaum unterschiedlicher sein.
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Kim Métraux
Wie hat eure gemeinsame Golfgeschichte eigentlich begonnen? Hat eine von euch den Anfang gemacht?
Morgane: Tatsächlich haben wir gleichzeitig angefangen, zusammen mit unseren Eltern. Erst war es nur ein Freizeitding: sonntags mit der Familie auf dem Platz. Dann kamen erste Juniortrainings im Club, kleine Wettkämpfe, später das gemeinsame College Golf und schliesslich internationale Turniere. Das hat sich Schritt für Schritt entwickelt.
Kim: Ich bin ein bisschen älter, was anfangs etwas kompliziert war – in der Schweiz gibt’s viele altersbasierte Turniere, und ich war für einige davon schon zu alt, obwohl wir auf einem ähnlichen Niveau gespielt haben. Aber grundsätzlich sind wir im Golf parallel gewachsen.
Morgane: Das hat uns definitiv geprägt. Viele andere junge Spielerinnen waren allein unterwegs auf Turnierreisen. Wir hatten immer einander – zum Anfeuern, Analysieren, Frust abbauen. Unsere Gespräche zu Hause drehten sich irgendwann nur noch um Golf. Das konnte bald niemand mehr hören. (lacht)
Kim: Das gemeinsame Spielen war motivierend. Niemand will gegen die eigene Schwester verlieren! Wir haben uns auf eine gesunde Weise gepusht, aber auch getragen. So etwas ist unbezahlbar.
Golf boomt weltweit – spürt ihr diesen Hype auch bei euren Turnieren?
Kim: Auf der LET hielt sich der Zuschauerandrang schon immer in Grenzen – daran hat sich wenig geändert. Aber auf Social Media merkt man den Aufschwung schon, genauso wie an den steigenden Preisgeldern und am wachsenden Interesse von Sponsoren. Die neue PIF Global Series bringt zudem grössere Turniere mit mehr Sichtbarkeit. Das ist ein echter Fortschritt.
Morgane: Ich sehe viele positive Entwicklungen. Die Majors haben ihr Preisgeld in den letzten Jahren verdoppelt, die Plätze sind besser, das Interesse wächst. Das sind gute Zeichen für den Frauensport und eine Motivation für den Nachwuchs.
Kim, du hast vorhin Social Media erwähnt. Seht ihr das als Bühne oder Pflichtprogramm?
Kim: Social Media ist ein tolles Tool, um sich zu zeigen und mit der Welt zu teilen, was man macht. Aber wir sind keine Influencer, unser Fokus liegt auf dem Sport. Deshalb fehlt oft die Zeit, Inhalte professionell aufzubereiten.
Morgane: Viele Spieler lassen ihre Kanäle mittlerweile von Agenturen oder Social-Media-Managern betreuen. Ich tue mich damit schwer: Einerseits würde ich auch gerne professioneller auftreten, andererseits möchte ich authentisch sein und Nachrichten selbst beantworten. Und leider habe ich auch schon negative Erfahrungen gemacht mit übergriffigen Kommentaren. Deshalb überlege ich mir genau, was ich teile.
Ihr seid beide OMEGA-Botschafterinnen. Was bedeutet euch diese Partnerschaft?
Morgane: Ich sehe das als grosse Ehre! Die Marke steht weltweit für Präzision und Perfektion – Werte, die auch im Golfsport eine zentrale Rolle spielen. Als Schweizerin ist es umso bedeutungsvoller, Teil einer so traditionsreichen Schweizer Marke zu sein. Ich bin jedes Mal stolz, wenn mir jemand ein Kompliment für meine Uhr macht, weil ich dann sagen kann: Ja, das ist eine coole Partnerschaft.
Morgane: Ich sehe das genauso. Ich bin sehr stolz, mit Omega verbunden zu sein – mit all der Geschichte, die dahintersteckt, von den Olympischen Spielen bis zur Mondlandung. Diese Verbindung zu so viel Prestige und Innovation allein schon durch das Tragen der Uhr zu spüren, ist etwas ganz Besonderes.
Welche Modelle tragt ihr, und haben sie für euch eine persönliche Bedeutung?
Kim: Zum Spielen trage ich immer die Omega Seamaster Aqua Terra Small Seconds. Übrigens sieht man an meinem Handgelenk deutlich den Abdruck von der Sonne. Zu Hause habe ich noch eine zweite Seamaster, aus schwarzer Keramik mit Diamanten. Die ist etwas eleganter und eher für schickere Anlässe.
Morgane: Ich habe zwei Seamaster Aqua Terra. Die Uhr, mit der ich spiele, verfügt über ein NATO-Armband – super leicht, bequem und mit einem sportlichen Look, der perfekt zum Golf passt. Mein zweites Modell ist aus Roségold, das ist mein Favorit. Sie hat ein Kautschukarmband und trifft damit genau die Balance zwischen sportlich und elegant. Ich liebe sie beide.
Was war euer bislang schönster OMEGA-Moment?
Morgane: Für mich waren es klar die Olympischen Spiele 2024. Die Verbindung zwischen Omega und Olympia ist ja sehr eng, und während meiner Zeit in Paris war das deutlich spürbar. Diese Woche war wahrscheinlich die emotionalste in meiner Golfkarriere, auch wenn das sportliche Ergebnis am Ende nicht so war, wie ich es mir erhofft hatte. Aber die Stimmung und die Unterstützung durch so viele Zuschauer mit Schweizer Fahnen waren unvergesslich. Wenn ich einen Moment auswählen müsste, dann mein Eagle an Loch 18 in Runde drei. Damit habe ich mir die Finalgruppe am Schlusstag gesichert – und gespürt: Ich kann das.
Kim: Mein schönster Omega-Moment findet jährlich beim Omega European Masters in Crans-Montana statt. Dieser Event hat immer eine ganz eigene Atmosphäre, sei es auf dem Platz oder beim Abendessen mit anderen Gästen. Es ist immer wieder inspirierend zu erleben, wie viele unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Ländern und Sportarten durch die Marke verbunden sind – jeder mit seiner eigenen Geschichte.
Wirst du dieses Jahr wieder vor Ort sein?
Auf jeden Fall!
Zum Abschluss noch eine klassische Frage: Wenn ihr in die Zukunft blickt – welche Ziele verfolgt ihr auf und neben dem Golfplatz?
Morgane: Auf dem Platz träume ich von einem Sieg auf der LPGA Tour, einem Major-Titel und der Teilnahme am Solheim Cup. Privat möchte ich irgendwann zurück nach Europa, näher bei meiner Familie sein und eine eigene Familie gründen. Ich bin gerne in den USA, aber das Lebensgefühl, die Kultur und das Essen von zu Hause fehlen mir manchmal schon.
Kim: Mein Ziel ist ein Sieg auf der LET – ich war schon nah dran – und einmal beim Evian Championship zu spielen. Es ist das Major, das uns beiden besonders viel bedeutet, auch weil es so nah von zuhause liegt. Abseits des Sports wünsche ich mir, wie Morgane, irgendwann eine Familie zu gründen.
Photos by Getty images; Omega