Maja Eigenmann: Silber an der Minigolf-WM
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Ein kurzer Blick, ein ruhiger Atemzug, dann rollt der rote Ball zielsicher über die Bahn – und fällt ins Loch. Für Maja Eigenmann ist dieser perfekte Schlag keine Seltenheit, sondern das Resultat jahrelangen, disziplinierten Trainings.
Die 35-jährige Zürcherin zählt zu den besten Minigolferinnen der Welt. Ihren grössten Erfolg feierte sie in diesem Sommer an der Weltmeisterschaft in Deutschland, wo sie im Strokeplay die Silbermedaille gewann und nur der Deutschen Nicole Birkelbach den Vortritt lassen musste.
Der Final sei ein echter Nervenkrimi gewesen, erzählt Eigenmann. «Ich wollte mein bestes Spiel abrufen – und das hat zum Glück funktioniert», sagt sie rückblickend. Der Druck sei enorm gewesen, doch gerade in diesen Momenten könne sie ihre mentale Stärke ausspielen. «Ich werde ruhiger, wenn es zählt, auch wenn sich das im Inneren anders anfühlt. Ich habe zittrige Hände, ein flaues Gefühl im Magen und keinen Appetit – aber genau das treibt mich an.»
Im Minigolf entscheidet oft die Ruhe über den Erfolg. Geduld, Konzentration und eine präzise Routine sind entscheidend, erklärt Eigenmann. «Minigolf ist eine Sportart des Gefühls. Kraft bringt nichts – das ist der Unterschied zwischen Profis und Freizeitsportlern.»
Tausend Bälle für den perfekten Schlag
Was im Golf der Schläger ist, ist im Minigolf der Ball. Und davon besitzt Maja Eigenmann viele – sehr viele. Für jedes Turnier hat sie Dutzende Varianten dabei, die sich in Härtegrad, Oberfläche und Sprungverhalten unterscheiden. «Wenn man auf einer neuen Anlage spielt, nimmt man ganze Ballcontainer mit», erklärt sie. «In einen Container passen rund 150 Bälle, und mit der Nationalmannschaft reisen wir teilweise mit mehreren Tausend an.»
Die Vorbereitung besteht dann aus stundenlangen Tests und Wiederholungen – immer mit dem Ziel, für jede Bahn den optimalen Ball zu finden. «Man braucht viel Zeit und Geduld. Nur wer unzählige Male dieselben Bewegungen übt, kann im entscheidenden Moment präzise reagieren», sagt Eigenmann.
Beim Training auf ihrer Heimanlage in Effretikon perfektioniert sie weiterhin jeden Schlag. «Man muss die Abläufe im Gefühl haben, damit sie im Wettkampf automatisch funktionieren.» Ihre Konzentration zeigt Wirkung: auch heute landet der Ball beim ersten Versuch im Loch. Ein weiteres Ass.
Für das kommende Jahr will Maja Eigenmann zwar im Nationalteam pausieren, um etwas Abstand und Zeit für Ferien zu gewinnen. Aufgeben ist jedoch keine Option. «Ich möchte noch lange auf diesem Niveau spielen», sagt sie. «Und klar: Gold bei der nächsten WM wäre das Ziel.» In zwei Jahren bietet sich dafür die nächste Chance.
Foto: Deutscher Minigolfsport Verband
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