Justin Rose und das verpasste Momentum von Augusta – Amen Corner
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Justin Rose verlässt Augusta erneut mit gemischten Gefühlen – und der bitteren Erkenntnis, dass eine weitere Chance auf das Green Jacket ungenutzt blieb.
Beim The Masters 2026 war der Engländer im Finaldurchgang zeitweise auf Titelkurs. Während Rory McIlroy sich am Ende als erster Spieler seit Tiger Woods (2002) zum Back-to-Back-Champion krönte, musste Rose einmal mehr akzeptieren, wie knapp Triumph und Enttäuschung in Augusta beieinanderliegen.
In einer Schlussrunde, in der mehrere Spieler realistische Siegchancen hatten, übernahm Rose zwischen Loch 7 und 9 mit drei Birdies in Serie sogar die alleinige Führung. Plötzlich schien der 45-Jährige auf dem besten Weg zu seinem ersten Green Jacket – ein Jahr nach der dramatischen Playoff-Niederlage gegen McIlroy.
Doch die zweite Platzhälfte brachte die Wende. Drei Bogeys auf den Back Nine bremsten seinen Lauf entscheidend. Als Rose das 18. Fairway hinaufging, war ihm bereits bewusst, dass der Traum geplatzt war. Mit einem abschliessenden Par beendete er das Turnier bei zehn unter Par auf dem geteilten dritten Rang.
Trotz der Enttäuschung zeigte sich Rose bewegt vom Zuspruch der Zuschauer in Augusta. «Es war schön. Die Unterstützung der Fans war die ganze Woche über unglaublich. Am Ende fühlt es sich ein wenig flach an – fast wie Mitgefühl. Aber es war trotzdem ein besonderer Moment», erklärte er im Anschluss.
Der Engländer sprach offen über den entscheidenden Moment, in dem das Momentum kippte. «Es ist eine Chance, die mir entglitten ist. Ich war in einer sehr guten Position und hatte das Gefühl, die ersten zehn Löcher komplett unter Kontrolle zu haben. Meine Mentalität war, durch die Ziellinie zu gehen – nicht nur irgendwie ins Ziel zu kommen.»
Der Wendepunkt folgte rund um Amen Corner. Bogeys auf den Löchern 11 und 12 kosteten ihn den Rhythmus, bevor sich auf Loch 13 eine grosse Möglichkeit bot: Nach einem präzisen Schlag ins Grün eröffnete sich eine Eagle-Chance, die ihn wieder an die Spitze gebracht hätte. Stattdessen blieb nur ein Par – nach einem Drei-Putt, den Rose selbst als «zu aggressiv» einordnete.
«Das war ein Schlüsselmoment. Ein Birdie oder Eagle hätte alles beruhigt und mich sofort zurück ins Rennen gebracht. Dieser Drei-Putt kam definitiv zum falschen Zeitpunkt», so Rose.
Trotz des erneuten Beinahe-Erfolgs blickt der Routinier optimistisch nach vorne. Mit Blick auf Legenden wie Fred Couples und Bernhard Langer, die auch im fortgeschrittenen Alter in Augusta konkurrenzfähig bleiben, sieht er weiterhin Chancen: «Dieser Platz belohnt Erfahrung und Spielverständnis vielleicht mehr als jeder andere. Ich hoffe, dass ich hier noch weitere Möglichkeiten bekomme.»
Photo by Logan Whitton/Augusta National/Getty Images
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