Schweizer Biodiversitäts-Hotspots – Lebensraum Golfplatz
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Die meisten Schweizer Golfplätze sind heute mehr als Sportanlagen: Mit naturnah gepflegten Flächen bieten sie Rückzugsräume für viele Tierarten und werden so zu bedeutenden Biodiversitäts-Hotspots.
Säugetiere
Zahlreiche Säugetiere finden auf Golfanlagen Jagd- und Rückzugsräume. Rehe nutzen Strauchflächen, Waldränder und Wiesen als Deckung und Nahrung. Feldhasen, Mäuse, Füchse, Igel, Eichhörnchen und Wiesel finden in Hecken, Totholz und Baumhöhlen Unterschlupf, Maulwürfe leben unterirdisch, und Biber gestalten Gewässer aktiv mit. Für die Natur ein Gewinn – für Greenkeeper bisweilen ein Ärgernis, etwa wenn Maulwürfe Rasen aufwühlen oder Biber Ufer verändern. Fledermäuse, darunter auch die stark gefährdete Grosse Hufeisennase, freuen sich derweil über offene Jagdflächen, reichlich Insekten und vernetzte Gehölze.
Vögel
Wiesen, Gewässer, Hecken und Baumgruppen bilden vielfältige Brut- und Nahrungsräume für Vögel. Greifvögel wie Mäusebussard oder Turmfalke jagen über offenen Flächen. Teiche ziehen Wasservögel wie Stockenten oder Blässhühner an. Hecken und Sträucher bieten Singvögeln wie Amsel oder Buchfink Nahrung und geeignete Brutplätze. Nistkästen verbessern zusätzlich die Brutbedingungen. Auf extensiven Wiesen brüten zudem Arten der Agrarlandschaft, darunter das potenziell gefährdete Braunkehlchen. Untersuchungen der Vogelwarte Sempach zeigen, dass der Bestand auf manchen Golfanlagen heute sogar grösser ist als vor deren Bau.
Insekten
Extensive Blühflächen, spät gemähte Wiesen, Totholz und Feuchtbiotope fördern eine hohe Insektenvielfalt. Wildbienen, Käfer, Heuschrecken und Tagfalter finden hier Nahrung und geeignete Entwicklungsräume. Auf naturnah gestalteten Golfanlagen wurden zahlreiche Schmetterlingsarten nachgewiesen, darunter auch Arten der Roten Liste wie Quendelbläuling, Wundklee-Bläuling oder Trauermantel. Neu angelegte Gewässer bieten zudem Lebensraum für verschiedene Libellenarten. Massnahmen wie vergrösserte, spät gemähte Flächen und naturnahe Biotope tragen wesentlich dazu bei, die Vielfalt von Fluginsekten und Libellen zu erhöhen.
Amphibien und Reptilien
Gewässer und Feuchtbiotope sind wichtige Laich- und Lebensräume für Amphibien. Naturnahe Teiche werden von Fröschen, Kröten und Molchen besiedelt. Strukturreiche Bereiche mit Steinen, Hecken und extensiven Wiesen bieten gleichzeitig geeignete Bedingungen für Reptilien. Eidechsen und Blindschleichen finden dort sonnige Verstecke. Insbesondere in Graubünden arbeiten mehrere Golfplätze daran, solche Strukturen gezielt auszubauen und Lebensräume für Amphibien, Vögel und Insekten zu stärken.
Photos by Shutterstock
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