Warum 20 Club-Pros für Diskussionen sorgen
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Die PGA Championship pflegt seit Jahrzehnten eine Tradition, die im modernen Profigolf immer wieder polarisiert: 20 Club Professionals erhalten jedes Jahr einen Startplatz im Feld des zweiten Majors der Saison. Für die einen gehört genau das zur DNA des Turniers. Für andere sind die Plätze verschenkt.
Spätestens seit Michael Blocks märchenhaftem Auftritt 2023 in Oak Hill wird die Debatte wieder intensiv geführt. Der Kalifornier spielte sich damals sensationell auf Rang 15, begeisterte die Golfwelt mit einem Hole-in-One an Rory McIlroys Seite und schaffte als erster Club-Pro seit Lonnie Nielsen 1986 wieder ein Topresultat dieser Grössenordnung.
Doch Block sieht seinen grössten Beitrag woanders. «Eines der schönsten Dinge an meinem Resultat war vielleicht, dass wir dadurch die 20 Plätze noch etwas länger retten konnten», sagt er gegenüber bunkered.co.uk.
Die Diskussion begleitet die PGA Championship seit Jahren. Kaum ein Major wird so oft hinterfragt: Matchplay oder Strokeplay? Mai oder August? Mehr internationale Austragungsorte? Und eben: Braucht es wirklich 20 Club-Pros im Feld?
Für Block ist klar, dass die Verantwortung bei den Qualifizierten selbst liegt. «Ich verstehe die Kritik vollkommen», sagt der heute 49-Jährige. «Deshalb liegt der Druck auf uns. Wir dürfen dort nicht komplett auseinanderfallen.»
Mehr als zwölf Prozent des Feldes bestehen damit aus Professionals, die ihren Lebensunterhalt nicht primär auf Tour verdienen, sondern als Teaching Pros, Clubmanager oder Assistants arbeiten. Qualifiziert wird sich über die PGA Professional Championship – ein viertägiges Turnier mit 312 Teilnehmern, die sich zuvor über 41 regionale Qualifikationen durchsetzen müssen.
Tyler Collet, Assistant Professional im John’s Island Club in Florida, bestreitet diese Woche bereits seine fünfte PGA Championship. Der 30-Jährige verpasste bislang zwar jedes Mal den Cut, verteidigt die Tradition aber vehement.
«312 Spieler zu schlagen ist alles andere als einfach», sagt Collet. «Jeder, der sich hier qualifiziert, ist ein verdammt guter Golfer.»
Mehr noch: Wäre es nach ihm gegangen, gäbe es sogar mehr Plätze für Club-Pros. «Wenn ich entscheiden dürfte, wären es 25 statt 20», sagt er lachend. Früher seien es sogar 40 Plätze gewesen. «Aber nach Gesprächen mit Verantwortlichen der PGA of America glaube ich, dass die Zahl 20 noch lange Bestand haben wird.»
Auch Zach Haynes, Teaching Professional aus Kentucky, sieht die Startplätze als verdiente Belohnung. Der 30-Jährige feiert in dieser Woche in Aronimink sein Major-Debüt, nachdem er sich über die PGA Professional Championship qualifiziert hatte.
«Schon die Qualifikation für dieses Turnier ist brutal schwierig», erklärt Haynes. «Danach musst du gegen 312 der besten PGA Professionals des Landes bestehen. Ich finde 20 deshalb eine faire Zahl.»
Eine ähnliche Haltung vertritt Mark Geddes, Director of Golf im Coronado Golf Course in Kalifornien. Der gebürtige Engländer stört sich vor allem an der Darstellung, Club-Pros hätten im Feld nichts verloren.
«Viele erzählen die Geschichte so, als wären da 20 Spieler dabei, die dort nicht hingehören», sagt Geddes. «Aber warum eigentlich?»
Für ihn verkörpert die Tradition den eigentlichen Kern der PGA of America: die Förderung des Golfsports weit über die grossen Touren hinaus. «Es geht darum, Golf besser zu machen und Wissen an kommende Generationen weiterzugeben», erklärt Geddes. «Wir repräsentieren über 31’000 PGA Professionals in den USA.»
Ob die Diskussion jemals verstummen wird, bleibt fraglich. Sicher ist nur: Solange Geschichten wie jene von Michael Block möglich sind, wird die PGA Championship ihre wohl speziellste Tradition kaum aufgeben.
Photo by Ryan Lochhead/PGA of America via Getty Images
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