40 Tage in der Schweiz – mit Fokus auf Schmerzmittel-Entzug Woods' Privatjet war bereits am 3. April in Zürich Tiger Woods
News ➝ People & Clubs  ·  2026-05-17 08:42:48  ·  Naimad Ztul

Tiger Woods zurück in Florida – nach 40 Tagen Reha in Zürich

Nach Reha im Raum Zürich: Tiger Woods landet still in Palm Beach – Comeback-Fragen bleiben offen.

40 Tage in der Schweiz – mit Fokus auf Schmerzmittel-Entzug

Tiger Woods' Privatjet war bereits am 3. April in Zürich gelandet, kurz nachdem eine Richterin aus Florida ihm die Ausreise zu Therapiezwecken bewilligt hatte. Die Schweizer Privatklinik wurde weder von Woods noch von seinem Management offiziell bestätigt. Mehrere internationale Medien nannten unter Berufung auf britische Quellen zwei Adressen, die im Raum Zürich für Patienten dieser Liga überhaupt infrage kommen: die Paracelsus Recovery in Zürich und The Kusnacht Practice in Küsnacht. Beide Häuser sind auf hochindividuelle Sucht-, Schmerz- und Psychotherapie spezialisiert und behandeln gleichzeitig nur eine einzige Person.

Im Zentrum stand laut übereinstimmenden Berichten nicht Alkohol, sondern der Entzug von opioidhaltigen Schmerzmitteln – flankiert von einer multidisziplinären Schmerztherapie ohne opioidhaltige Wirkstoffe. Bei seiner Festnahme Ende März hatte die Polizei zwei Hydrocodon-Tabletten bei Woods gefunden, ein verschreibungspflichtiges Opioid mit hohem Abhängigkeitspotenzial.

Der medizinische Hintergrund ist bekannt: Seit dem schweren Autounfall 2021 in Kalifornien, bei dem sein rechter Unterschenkel zertrümmert wurde, ist Woods mehrfach operiert worden – zuletzt im Oktober 2025 an der Bandscheibe. Im Frühjahr 2025 hatte ein Achillessehnenriss seine Saison beendet. Sein letzter Major-Start liegt damit knapp zwei Jahre zurück: das Open Championship 2024 in Royal Troon, wo er den Cut verpasste.

Der Fall in Florida läuft weiter

Die juristische Aufarbeitung steht erst am Anfang. Woods war am 27. März auf Jupiter Island mit seinem SUV bei einem Überholmanöver verunfallt und überschlug sich. Die Anklagepunkte: Fahren unter Drogeneinfluss, Sachbeschädigung und Verweigerung eines chemischen Tests. Ein Alkoholtest verlief negativ. Sein Anwalt plädierte auf «nicht schuldig» und beantragte ein Geschworenenverfahren; der Führerausweis ist suspendiert. Der nächste Gerichtstermin ist auf den 7. Juli angesetzt.

Es ist nicht Woods' erster Vorfall am Steuer. 2017 war er in Florida unter dem Einfluss verschreibungspflichtiger Medikamente schlafend in seinem Auto aufgefunden worden. Auch der Skandal von 2009 hatte mit einem Unfall vor seinem damaligen Wohnsitz begonnen.

Sportlich: viele Fragen, wenige Antworten

Auf eine Teilnahme an der laufenden PGA Championship in Aronimink hat Woods trotz formaler Spielberechtigung verzichtet. Für das US Open im Juni in Shinnecock Hills ist er nicht automatisch qualifiziert – eine Special Invitation der USGA wäre theoretisch denkbar, gilt aber als unwahrscheinlich. Das Open Championship in Royal Birkdale (16.–19. Juli) liegt zeitlich knapp nach dem Gerichtstermin und erscheint ebenfalls kaum realistisch.

Damit dürfte Woods' nächster Wettkampfauftritt frühestens im Winter erfolgen – in der von ihm und Rory McIlroy mitgegründeten TGL-Indoor-Liga oder bei seinem eigenen Hero World Challenge im Dezember auf den Bahamas, wo Einladungen flexibel gehandhabt werden.

Eine zweite Adresse für die diskrete Spitze

Was Woods aus 40 Tagen Zürich konkret mitnimmt, bleibt privat. Offensichtlich ist nur: Eine seriöse Comeback-Diskussion ist heute nicht angezeigt. Für die Schweiz hingegen wiegt der Fall doppelt. Der Raum Zürich etabliert sich – neben Adressen in Arizona, Kalifornien oder Connecticut – als feste Grösse für Spitzenathletinnen und -athleten, die Diskretion über alles schätzen. Eine Eigenschaft, die im internationalen Sportbusiness zunehmend Gewicht hat.