Ruud Gullit Patrick KluivertKLM tournament Director look on during the pro-am prior to the KLM Open 2026 GettyImages-227962866
News ➝ DP World Tour  ·  2026-06-06 11:44:00  ·  Tom Page

Ruud Gullit: Fussball-Ikone als Turnierdirektor der KLM Open

Die KLM Open zählt zu den traditionsreichsten Turnieren der DP World Tour. Entsprechend prominent ist auch der Mann, der in dieser Woche als Turnierdirektor amtet: Ruud Gullit, eine der grössten Persönlichkeiten des niederländischen Fussballs. (Bild: Ruud Gullit und Patrick Kluivert)

Der heute 63-Jährige schrieb bei AC Mailand und Chelsea Fussballgeschichte und wurde 1987 mit dem Ballon d’Or als Europas Fussballer des Jahres ausgezeichnet. Weniger bekannt ist seine zweite grosse Leidenschaft: Golf. 

Wie bereits im Vorjahr fungiert Gullit bei der KLM Open im niederländischen Amsterdam als Turnierdirektor. Seine Verbindung zum Event entstand über die langjährige Zusammenarbeit mit dem Turnierveranstalter Tige.

«Die Organisatoren haben mich gefragt, ob ich diese Rolle übernehmen möchte. Das war eine angenehme Überraschung, und ich habe sofort zugesagt», erklärte Gullit gegenüber bunkered.co.uk.

Für den ehemaligen Weltklasse-Fussballer war die Entscheidung naheliegend. «Ich liebe Golf. Warum also nicht?»

Golf soll für junge Menschen attraktiver werden

Ein wichtiger Grund für sein Engagement liegt in der Förderung des Golfsports in den Niederlanden. Die Organisatoren wollen insbesondere jüngere Zielgruppen ansprechen. Mit Gullit konnten sie dafür eines der bekanntesten Gesichter des Landes gewinnen.

«Die Menschen kennen mich aus meiner Fussballkarriere. Deshalb kann ich helfen, Golf bekannter zu machen», sagt Gullit. «Golf wächst bei uns. Es entstehen immer mehr öffentliche Anlagen, wodurch der Sport für Kinder und Jugendliche zugänglicher wird. Golf ist zwar noch immer teuer, aber wir versuchen, die Einstiegshürden zu senken.»

Gemeinsam mit Van Basten und Kluivert

Gullit spielt selbst regelmässig Golf und ist ein gern gesehener Gast bei Pro-Am-Turnieren. Auch bei der diesjährigen KLM Open absolvierte er die Pro-Am-Runde gemeinsam mit den niederländischen Fussball-Legenden Marco van Basten und Patrick Kluivert.

Darüber hinaus war er mehrfach Teilnehmer der renommierten Dunhill Links Championship in Schottland, wo er unter anderem mit den Tour-Profis Robert Rock und Tyrrell Hatton spielte.

«Wir sind meilenweit entfernt»

Als Single-Handicapper weiss Gullit durchaus, wie man gute Golfrunden spielt. Trotzdem hat ihn der direkte Einblick in den Spitzensport Golf beeindruckt.

Besonders bei seinen Besuchen des Ryder Cups wurde ihm bewusst, wie gross der Unterschied zwischen Amateuren und den besten Spielern der Welt tatsächlich ist.

«Wir sind meilenweit entfernt», sagt Gullit lachend. «Wenn man innerhalb der Seile mitlaufen darf, hört man die Gespräche zwischen Spielern und Caddies. Der Caddie liefert alle Informationen, der Spieler setzt genau das um. Das ist unglaublich, wenn man bedenkt, wie schwierig Golf eigentlich ist.»

Die ersten Schläger waren eine Herausforderung

Zum Golf fand Gullit während seiner Zeit in Mailand. Seine ersten Schläger waren ein Satz Jack-Nicklaus-MacGregor-Eisen.

«Sie waren unglaublich schwierig zu spielen. Wie Rasierklingen», erinnert er sich.

Mit der Zeit entwickelte sich daraus jedoch eine echte Leidenschaft – wie bei vielen Fussballern. Warum Golf unter Profifussballern so beliebt ist, erklärt Gullit mit einem Augenzwinkern:

«Wir wollen nicht mehr rennen.»

Dann wird er etwas ernster: «Golf fordert dich heraus. Es bleibt ein Wettkampf, man trifft viele Menschen und am Ende gewinnt meist derjenige, der die wenigsten Fehler macht – genau wie im Fussball.»