Die erstaunliche Geschichte der US-Open-Trophäe
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Der Claret Jug. Das Green Jacket. Die Wanamaker Trophy.
Verglichen mit den Auszeichnungen der anderen drei Major-Turniere der Herren wirkt die Trophäe für den Sieger der US Open beinahe bescheiden. Sie ist weder besonders gross noch auffällig gestaltet und trägt den wohl schlichtesten Namen im Spitzengolf: US Open Trophy.
Was ihr an Pomp und Inszenierung fehlt, macht sie mit ihrer Geschichte und ihrem Prestige mehr als wett. Für viele Golfer zählt sie zu den begehrtesten Trophäen der Welt.
Die erste US Open wurde im September 1895 im Newport Country Club in Rhode Island ausgetragen. Sieger war der aus England stammende Profi Horace Rawlins, der auf seiner Heimanlage triumphierte.
Für seinen Erfolg erhielt Rawlins 150 Dollar Preisgeld – umgerechnet rund 4000 Dollar nach heutigem Wert – sowie eine goldene Sieger-Medaille und den Besitz eines silbernen Pokals für ein Jahr.
Die Trophäe wurde jeweils im Club des amtierenden Champions ausgestellt, bis sie an den Sieger der nächsten US Open weitergereicht wurde. Damit begann eine Tradition, die sich über Generationen hinweg fortsetzen sollte.
Ganz ohne Unterbruch verlief die Geschichte allerdings nicht. Die ursprüngliche Trophäe mit ihren charakteristischen zwei Henkeln wurde im September 1946 bei einem Brand im Tam O’Shanter Country Club nahe Chicago zerstört. Dort war sie damals im Besitz des amtierenden Champions Lloyd Mangrum ausgestellt.
Die USGA prüfte daraufhin verschiedene Möglichkeiten für einen Ersatz. Anstatt ein völlig neues Design zu entwickeln, entschied man sich jedoch dafür, das ursprüngliche Erscheinungsbild zu bewahren. Am 24. April 1947 wurde deshalb eine originalgetreue Nachbildung in Auftrag gegeben.
Diese Replik wurde anschliessend fast vier Jahrzehnte lang von Champion zu Champion weitergereicht. Erst 1986 wurde sie offiziell in den Ruhestand versetzt und dauerhaft im USGA Golf Museum untergebracht.
Seither erhält der Sieger der US Open eine weitere originalgetreue Nachbildung. Zuletzt durfte JJ Spaun die traditionsreiche US-Open-Trophäe in Empfang nehmen.
Wer sich für Golfgeschichte interessiert, kann die originale US-Open-Trophäe heute im USGA Golf Museum in Liberty Corner im Bundesstaat New Jersey besichtigen. Dort erinnert sie an mehr als 130 Jahre Championship-Geschichte und an die zahlreichen Legenden, die ihren Namen auf dem Pokal verewigt haben.
Photo by Kate McShane/Getty Images
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