Mit dem Wechsel ins Profilager hat Victoria Lévy ein neues Kapitel ihrer Karriere aufgeschlagen. Die Schweizerin gehört zu jener Generation von Spielerinnen, die sich ihren Platz auf internationalem Spitzenniveau nicht über Juniorenturniere, sondern durch konstante Leistungen gegen die besten Amateurinnen der Welt erarbeitet haben.
News ➝ College Golf  ·  2026-07-26 12:45:13  ·  Susanne Sindersberger

Victoria Lévy – der Weg über die härteste Talentschmiede der Welt

Mit dem Wechsel ins Profilager hat Victoria Lévy ein neues Kapitel ihrer Karriere aufgeschlagen. Die Schweizerin gehört zu jener Generation von Spielerinnen, die sich ihren Platz auf internationalem Spitzenniveau nicht über Juniorenturniere, sondern durch konstante Leistungen gegen die besten Amateurinnen der Welt erarbeitet haben.

Seit ihrem Eintritt ins World Amateur Golf Ranking (WAGR) im Jahr 2019 – damals als 16-Jährige – bestritt Victoria Lévy nahezu ausschliesslich Turniere der Kategorie «all ages» oder Profiturniere. Statt gegen gleichaltrige Juniorinnen trat sie regelmässig gegen die stärksten Amateurinnen und teilweise auch gegen Profispielerinnen an. Dieser aussergewöhnliche Karriereweg zeigt eindrücklich, dass sie bereits in jungen Jahren den direkten Vergleich mit der internationalen Elite suchte – und sich dort erfolgreich behauptete.

Der schwierigere Weg zur Weltspitze

Viele Nachwuchsgolferinnen sammeln ihre ersten Weltranglistenpunkte hauptsächlich an Juniorenturnieren. Victoria Levy entschied sich bewusst für den anspruchsvolleren Weg. Von Beginn an spielte sie internationale Elite-Turniere in Europa und später auch in den USA. Die regelmässigen Wettkämpfe gegen stärkste Konkurrenz führten zu einem kontinuierlichen Aufstieg im WAGR und machten sie über Jahre zu einer festen Grösse im Schweizer Amateurgolf.

Die wichtigsten Stationen ihrer Amateurkarriere

2019

  • Eintritt ins World Amateur Golf Ranking (WAGR) als 16-Jährige.
  • Beginn regelmässiger Starts bei internationalen Amateurturnieren ohne Altersbeschränkung.

2020

  • Spitzenklassierung an den Schweizer Juniorenmeisterschaften.
  • Geteilter 2. Rang in der Strokeplay-Qualifikation der British Ladies Amateur Championship.
  • Mitglied des Schweizer Teams, das an der European Girls Team Championship den hervorragenden 4. Rang belegte.
  • Etablierung im Schweizer Nationalkader.

2021

  • Wechsel an die University of Central Florida (UCF).
  • Einstieg ins College-Golf der NCAA Division I.
  • Erste College-Turniere sowie Aufnahme in die President's Honor Roll der Universität.

2022

  • Weitere internationale Starts auf höchstem Amateurniveau in Europa und den USA.
  • Kontinuierliche Verbesserung im World Amateur Golf Ranking.
  • Teilnahme am Junior Orange Bowl sowie an den World University Golf Championships.

2023

  • Wechsel an die University of North Carolina Wilmington (UNCW).
  • Entwicklung zur Leistungsträgerin des College Teams.
  • Mehrere Spitzenresultate im NCAA-College-Golf.
  • Sieg beim German International Amateur.
  • Rang 2 bei der Golfweek Fall Challenge.
  • Rang 3 beim Dr. Donnis Thompson Invitational.
  • Rang 4 beim River Landing Classic.

2024

  • Mehrere Spitzenklassierungen im internationalen Amateurgolf.
  • Ausgezeichneter 6. Rang an der Amundi Czech Ladies Challenge der LET Access Series – eines der stärksten Resultate einer Schweizer Amateurin auf einer Profitour.
  • Runner-up bei der Swiss Golf Open.
  • Runner-up beim Golfweek National Invitational.

2025

  • Beste Schweizer Amateurspielerin der Swiss Golf Order of Merit.
  • Top-10-Klassierung an der Q-Tour Himmerland Championship in Dänemark.
  • Erfolgreicher Abschluss der Collegekarriere an der University of North Carolina Wilmington.
  • Runner-up bei den Basler Meisterschaften.
  • Runner-up bei der Golfweek Fall Challenge.

2026

  • Sieg beim River Landing Classic.
  • Sieg an der CAA Women's Golf Championship.
  • Beste Schweizer Amateurspielerin bis zur Woche 29 der Swiss Golf Order of Merit und in der WAGR.
  • Wechsel ins Profilager: Erstes Preisgeld beim Pitch 15 Open (LETAS) in Hertfordshire, England.

College Golf – der entscheidende Entwicklungsschritt

Der wohl wichtigste Karriereschritt erfolgte mit dem Wechsel in das amerikanische College Golf. Die NCAA Division I gilt weltweit als eine der stärksten Ausbildungsplattformen für angehende Profispielerinnen. Zahlreiche spätere Major- und Solheim-Cup-Spielerinnen entwickelten ihr Spiel im College-System, bevor sie den Sprung auf die LPGA oder die Ladies European Tour schafften.

An der University of Central Florida sammelte Victoria Levy zunächst wertvolle Erfahrungen in einem hochprofessionellen Umfeld. Nach ihrem Wechsel an die University of North Carolina Wilmington entwickelte sie sich zu einer der führenden Spielerinnen ihres Teams und feierte dort ihre grössten sportlichen Erfolge.

Die Bedeutung des College Golfs geht dabei weit über einzelne Turniere hinaus. Während in Europa häufig nur wenige hochklassige Wettkämpfe pro Saison stattfinden, messen sich College-Spielerinnen in den USA beinahe wöchentlich mit den besten Universitätsgolferinnen des Landes. Gespielt wird auf anspruchsvollsten Championship Courses, unter professionellen Bedingungen und mit einem Leistungsdruck, der dem Profisport sehr nahekommt.

Diese Wettkampfdichte, kombiniert mit täglichem Training, Athletik, Mentalcoaching, Videoanalysen und modernster Leistungsdiagnostik, beschleunigt die Entwicklung vieler Spitzenspielerinnen erheblich. Für Victoria Lévy bedeutete diese Zeit einen entscheidenden Qualitätssprung. Sie gewann an Konstanz, sammelte zahlreiche Weltranglistenpunkte und entwickelte sich sowohl technisch als auch mental zu einer Spielerin, die auf internationalem Topniveau bestehen kann.

Training auf höchstem Niveau

Während ihrer gesamten Amateurkarriere profitierte Victoria Lévy von der Förderung durch Swiss Golf sowie vom professionellen Umfeld ihrer amerikanischen Universität. Das tägliche Training mit erfahrenen College-Coaches, die enge Betreuung in den Bereichen Technik, Athletik und Sportpsychologie sowie der permanente Wettbewerb innerhalb der NCAA ergänzten sich ideal mit der Förderung durch den Schweizer Verband.

Gerade diese Kombination aus internationalem Wettkampf, professionellen Trainingsstrukturen und einer aussergewöhnlich hohen Turnierbelastung bildete die Grundlage für ihren erfolgreichen Übergang ins Profilager.

Bereit für die Profitour

Mit ihrer aussergewöhnlichen Amateurkarriere hat Victoria Lévy eindrücklich bewiesen, dass sie sich über Jahre gegen internationale Spitzenkonkurrenz behaupten kann. Seit ihrem Eintritt ins World Amateur Golf Ranking als 16-Jährige spielte sie fast ausschliesslich Turniere ohne Altersbeschränkung und suchte konsequent den Vergleich mit den besten Amateurinnen und Profispielerinnen.

Besonders das amerikanische College Golf erwies sich dabei als entscheidender Baustein ihrer Entwicklung. Die Erfahrungen aus einer der stärksten Wettkampfserien der Welt vermittelten ihr genau jene Konstanz, Wettkampfhärte und Professionalität, die heute für den erfolgreichen Übergang auf die Profitour erforderlich sind.

Dass ihr dieser Schritt gelungen ist, zeigte sich unmittelbar: Bereits bei ihrem ersten Turnier als Proette überstand Victoria Lévy den Cut und erspielte sich ihr erstes Preisgeld und ihre ersten Profipunkte der LETAS Order of Merit – ein gelungener Auftakt in den nächsten Abschnitt einer Karriere, die seit Jahren konsequent auf höchstem Niveau aufgebaut wurde.

Photo by Ross Parker/R&A/R&A via Getty Images