Golf in der Schweiz: Was du für deine erste Startzeit wirklich brauchst
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Schläger kaufen, Platz buchen, losspielen? Ganz so einfach ist es in der Schweiz nicht. Wer neu einsteigt oder aus dem Ausland zuzieht, stösst schnell auf Begriffe wie Platzreife, Swiss Golf Card und HCP-Index. Ein Wegweiser durch ein System, das komplizierter klingt, als es ist.
Der Führerschein des Golfsports
Am Anfang steht die Platzreife. Laut Swiss Golf müssen Einsteigerinnen und Einsteiger damit nachweisen, dass sie zügig spielen, sich sicher auf dem Platz bewegen, niemanden gefährden und die wichtigsten Regeln kennen. In der Theorie sind 40 Fragen zu Regeln und Etikette zu beantworten, mindestens 28 müssen richtig sein.
Danach prüft ein Swiss PGA Pro auf der Übungsanlage Abschläge, langes Spiel, Pitchen, Chippen, Bunkerschläge und Putten. Beim Abschlag etwa müssen drei von sechs Bällen im Flug 80 Meter bei den Männern und 70 Meter bei den Frauen überwinden. Auf dem Grün gilt es, einen Parcours mit neun Löchern in höchstens 21 Schlägen zu absolvieren.
Die Prüfung auf dem Platz
Die letzte Etappe findet auf einem von Swiss Golf homologierten Platz, einer 6- oder 9-Loch-Anlage oder einem Pitch&Putt statt, in der Regel mit einem Pro an der Seite. Er achtet auf Etikette, Spiel und das korrekte Ausfüllen der Scorekarte. Clubs können zusätzliche Bedingungen festlegen.
Vorbereitungskurse bieten Clubs, Golfparks, Driving Ranges und Pitch&Putt-Anlagen im ganzen Land an, in der Gruppe oder im Einzelunterricht.
Ohne Swiss Golf Card geht wenig
Die bestandene Prüfung allein öffnet noch keine Tür. Anerkannt wird die Platzreife erst mit einer Swiss Golf Card. Dafür gibt es zwei Wege: die Mitgliedschaft in einem Swiss Golf Club oder eine der beiden Public-Golf-Organisationen, die ASGI oder die Migros GolfCard.
Die erste Zahl
Wurde die Prüfung auf einem homologierten Platz abgelegt, kann die unterschriebene Scorekarte gemäss Swiss Golf gleich als erster HCP-Index eingereicht werden. Gültig wird er, sobald man die Swiss Golf Card besitzt. Ab diesem Moment hat man eine Zahl, die man in den nächsten Jahren mit viel Ehrgeiz nach unten drücken wird.
Alle Anforderungen im Detail finden sich auf der Website von Swiss Golf: Platzreife und 1. HCP-Index.
Jeder Platz setzt eigene Regeln
Welche Gäste willkommen sind, legt jede Anlage selbst fest. Viele verlangen neben der Swiss Golf Card ein bestimmtes Handicap, oft 54, auf manchen Plätzen 36 oder tiefer. Am Wochenende gelten häufig strengere Bedingungen als unter der Woche, und einzelne Clubs lassen Gäste nur in Begleitung eines Mitglieds auf die Runde.
Ein Blick auf die Platzinformationen erspart Enttäuschungen. Auf Golf.ch hat jeder Schweizer Golfplatz eine eigene Seite mit den wichtigsten Infos, dem Wetter und der Möglichkeit, die Startzeit direkt zu buchen.
Schnuppern ohne Prüfung
Wer erst einmal herausfinden will, ob der Funke springt, braucht keine Platzreife. Driving Ranges und viele Pitch&Putt-Anlagen sind ohne Ausweis zugänglich, Schnupperkurse werden fast überall angeboten. Leihschläger gibt es meist vor Ort, Turnschuhe reichen für den Anfang.
Neu in der Schweiz
Wer aus Deutschland, Österreich oder England zuzieht, bringt oft schon eine Platzreife oder ein Handicap mit. Eine Mitgliedschaft im Heimatland wird auf manchen Plätzen anerkannt, verbindlich ist aber immer die Regel der jeweiligen Anlage. Wer dauerhaft hier spielen möchte, kümmert sich am besten früh um eine Swiss Golf Card. Ob Club oder clubfrei, diese Entscheidung prägt, wo und wie oft man künftig abschlägt.
Offener als sein Ruf
Lange galt Golf in der Schweiz als exklusiver Zirkel. Das hat sich verändert, spätestens seit die Migros 1995 ihren ersten Golfpark eröffnete. Heute spielen über 27'000 Personen mit der Migros GolfCard, dazu kommen die Mitglieder der ASGI und der Clubs. Insgesamt zählt das Land 108'539 Golferinnen und Golfer. Der Weg auf den ersten Abschlag hat ein paar Stationen. Aber jede davon ist zu schaffen.
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