Warum verpassen die Spieler der PGA Tour mehr Putts als früher?
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In fast jeder statistischen Kategorie, die die PGA Tour misst, sind die Golfer in den letzten zwei Jahrzehnten besser geworden.
Im Jahr 2024 – verglichen mit 2004 – machen die Profis mehr Birdies, treffen mehr Grüns in Regulation und erzielen, wenig überraschend, einen niedrigeren Durchschnittswert über 18 Löcher.
Es liegt also nahe, dass die Golfer auf den Grüns heute erfolgreicher sind als noch vor 20 Jahren. Angesichts der besseren Bedingungen der Puttingflächen, fortschrittlicher Technologie und neuer, wenn auch umstrittener Methoden zur Grünlesung könnte man erwarten, dass mehr Putts fallen.
Aber das ist nicht der Fall.
Der Unterschied mag gering sein, aber die Golfer lochen heute auf der PGA Tour durchschnittlich weniger Putts aus jeder genau gemessenen Distanz ein – mit Ausnahme der 1-Meter-Putts – als noch 2004.
Ein Beispiel: Beim Putten aus drei Metern lag die durchschnittliche Trefferquote 2024 bei 41,89 %. Im Jahr 2004 betrug sie 42,82 %.
Dieser Trend zeigt sich konstant bei Putts aus ein bis drei Metern. Bei längeren Putts, die in Messbereichen wie 5 bis 9 Metern zusammengefasst werden, ist eine detaillierte Analyse schwieriger, doch die Tendenz bleibt ähnlich.
Was ist los?
Brandel Chamblee, ein ehemaliger PGA-Tour-Spieler und heutiger Golf-Analyst, hat sich auf X zu diesen Statistiken geäussert und einige interessante Theorien aufgestellt, warum die besten Spieler der Welt heute weniger Putts einlochen als früher.
Werden die Pin-Positionen schwieriger?
Obwohl die Platzpflege durch moderne Agronomie verbessert wurde, könnten schwierigere Pin-Positionen das Putten erschweren.
Theoretisch macht das Sinn: Wenn die Tour niedrigere Scores verhindern will, könnte sie die Fahnen verstärkt an trickreichen Stellen platzieren. Chamblee meint jedoch, dafür keine eindeutigen Beweise zu sehen. Stattdessen nennt er andere mögliche Gründe.
AimPoint!
Ein heisses Thema auf der Tour. Chamblee vermutet, dass der verstärkte Fussverkehr rund um das Loch durch die Hektik beim Lesen der Grüns dazu führen könnte, dass mehr Putts verschoben werden.
„Das vermehrte Schlurfen um das Loch herum“, wie Chamblee es beschreibt, könnte die Puttlinien durch Fussabdrücke beeinträchtigen. Allerdings dürfen Spieler seit 2019 Spike-Markierungen in ihrer Linie ausbessern.
Befürworter von AimPoint argumentieren zudem, dass die Methode Golfern hilft, mehr Putts zu lochen. Falls das nicht der Fall ist, hat Chamblee eine weitere Theorie.
Zu viele Gedanken?
Chamblee vermutet, dass sich Golfer heute zu viele Gedanken über das Putten machen. Er verweist auf detaillierte Bücher zum Grünlesen (die inzwischen auf der Tour verboten sind), Videoanalysen, bekannte Putting-Coaches, AimPoint und Putting-Diagnosetools.
Wären Golfer besser dran, wenn sie ihre Putts im Stil von Jack Nicklaus in diesem ikonischen Clip nur mit den Augen abschlagen würden?
Wie nicht anders zu erwarten, antworteten auch andere auf Chamblee mit ihren Gedanken darüber, warum Golfer nicht mehr so viele Putts machen wie früher.
Drive for show, drive for... dough?
Mehrere Stimmen auf X betonten, dass heute vom Tee aus enorme Vorteile erzielt werden können. Statistiken zeigen, dass ein längerer Drive für bessere Scores wichtiger ist als präzises Putten.
Daher investieren Golfer mehr Zeit ins Training ihres Drivers als ins Putten.
Ein Vergleich: Wer eine Stunde pro Tag ins Fitnessstudio geht oder an der Schlagkraft arbeitet, wird fast garantiert mehr Länge gewinnen. Wer dagegen eine Stunde lang drei-Meter-Putts trainiert, wird vielleicht keine sofort erkennbare Verbesserung sehen.
Putten ist einfach sehr schwer
Natürlich ist es schwierig, einen Drive 350 Meter weit zu schlagen. Doch einen drei-Meter-Putt zu lochen, ist ebenfalls eine Herausforderung.
Auf dem Grün entscheidet ein einziger Fehler über Erfolg oder Misserfolg – sei es die Linie, das Tempo, das Lesen des Breaks oder eine Unebenheit auf dem Grün.
Vom Tee aus kann man dagegen selbst mit einem nicht perfekten Drive den Gegner überflügeln. Wenn Aldrich Potgieter, der neue Longest Hitter auf der PGA Tour, einen Drive statt 320 nur 300 Meter weit schlägt, ist das immer noch eine gute Leistung. Doch es ist unwahrscheinlich, dass er sein Putten so weit verbessern kann, dass es eine ebenso grosse Waffe wird wie sein langes Spiel.
Warum lochen PGA-Tour-Spieler weniger Putts als früher?
Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren. Zwar sind die Unterschiede nicht riesig, doch angesichts der Fortschritte in anderen Bereichen des Spiels ist es bemerkenswert, dass das Putting scheinbar stagniert oder sogar leicht rückläufig ist.
Photo by Andy Lyons/Getty Images
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