Robert MacIntyre after his round on day two of the Alfred Dunhill Links Championship 2026 at the Kingsbarns Golf Course, St Andrews. Picture date Friday October 2, 2026. (Photo by Steve WelshPA Images via Getty Images)
News ➝ People & Clubs  ·  2026-10-02 19:05:27  ·  Naimad Ztul

MacIntyre im Clinch mit der TV-Drohne

Robert MacIntyre ist in Schottland als Titelverteidiger angetreten – Schlagzeilen machte er am Donnerstag aber nicht mit seinem Score. In Carnoustie brachte ihn eine summende TV-Drohne derart aus der Fassung, dass sich ein Offizieller der DP World Tour einschalten musste.

Ärger am kurzen Achten

Starker Wind, Donnerstagnachmittag in Carnoustie. Am Abschlag des Par 3 der 8 hört Robert MacIntyre wieder dieses Surren über seinem Kopf. Bereits zweimal hatte er den Official zuvor auf die Drohne angesprochen, erzählte der Schotte nach der Runde gegenüber BBC Sport. Er trat vom Ball zurück, gab dem Operator ein Zeichen – und hörte das Gerät trotzdem noch. «Ich war nicht mehr voll bei der Sache, weil ich nur noch an die Drohne dachte. Und dann kam ein schlechter Schlag.» Auf dem 18. Grün trat er erneut vom Putt weg.

MacIntyre unterschrieb am Ende eine 71 (–1). Weil er mehrmals direkt in Richtung Kameramann geflucht hatte, wurde er von einem Turnieroffiziellen angesprochen. Auch Tyrrell Hatton, dreifacher Sieger der Dunhill Links, hatte am selben Tag ein Gespräch mit den Offiziellen. Der Engländer kam nicht über eine 74 hinaus.

«Wie ein aufheulender Motor»

Grundsätzlich, so MacIntyre, seien Drohnen kein Problem, solange sie ruhig in der Luft stehen. Bei Wind aber kämpfen sie gegen die Böen an, um ihre Position zu halten – und das klinge wie ein aufheulendes Auto, «genau dort, wo du schlagen willst». Er verstehe, dass das Fernsehen mit seinem Geld alles sei. «Aber sie müssen nicht so nah ran.» Mit einem Seitenhieb fügte er an, aus dieser Distanz hätte selbst der Zoom seiner Handykamera gereicht.

Kein neues Thema für «Bob»

Es ist nicht seine erste Drohnen-Episode. An der RBC Canadian Open 2024 beschwerte er sich in der Schlussrunde mehrfach über eine Drohne des US-Senders CBS. Das Gerät blieb danach am Boden – und MacIntyre feierte am Ende seinen ersten Sieg auf der PGA Tour. Auch an der diesjährigen Open in Royal Birkdale musste er am ersten Abschlag warten, weil ihn das Geräusch störte.

Dass er sich nicht nachhaltig aus dem Konzept bringen lässt, zeigte er am Freitag: In Kingsbarns startete er mit vier frühen Birdies und schob sich ins Feld der Verfolger. Die Debatte dürfte trotzdem bleiben. Drohnen liefern den TV-Zuschauern spektakuläre Bilder zu vergleichsweise tiefen Kosten – für die Spieler sind sie oft ein Störfaktor.

Straka stark, Girrbach unter Zugzwang

An der Spitze sorgte nach dem Auftakt ein Aussenseiter für die Geschichte des Tages: Der Schotte Michael Stewart, Nummer 979 der Welt und erst am Montag per Einladung ins Feld gerutscht, teilte sich nach einer 65 die Führung mit dem Australier Jack Buchanan.

Aus DACH-Sicht überzeugt Sepp Straka. Der Österreicher spielte in Carnoustie eine fehlerfreie 68 und legte am Freitag nach. Schwieriger lief es für Joel Girrbach: Mit einer 74 (+2) liegt der Thurgauer nach dem ersten Tag weit zurück. Für ihn zählt in Schottland jeder Schlag – im Race to Dubai kämpft er um einen Platz in den Top 70 und damit um die Playoffs. Nach drei Runden schaffen die besten 60 Profis (inklusive Gleichstand) den Sprung in die Finalrunde auf dem Old Course.

 

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