Wussten Sie, wer den Begriff «Birdie» geprägt hat?
News ➝ People & Clubs  ·  2026-04-23 09:01:19  ·  Tom Page

Wussten Sie, wer den Begriff «Birdie» geprägt hat?

Birdie trifft Biodiversität: Westendorf setzt mit «Natur-Birdiebook» ein Zeichen.

Wussten Sie, wer den Begriff «Birdie» geprägt hat? Der amerikanische Hobbygolfer Ab Smith rief 1898 nach einem gelungenen Schlag «What a bird of a shot!» – und lochte anschliessend zu eins unter Par ein. Seither gehört das «Birdie» zum festen Vokabular des Golfsports.

Im Golfclub Kitzbüheler Alpen Westendorf erhält der Begriff nun eine neue, erweiterte Bedeutung. Der Club hat im Sommer 2025 ein aussergewöhnliches «Birdiebook der Natur» veröffentlicht – ein Rundenführer, der nicht nur Distanzen und Spielstrategien vermittelt, sondern die ökologische Vielfalt entlang der 18 Spielbahnen sichtbar macht.

Jede Bahn stellt exemplarisch eine Tier- oder Pflanzenart vor – von heimischen Vögeln wie Kleiber oder Stieglitz bis hin zu seltenen Pflanzen und Pilzen. Selbst ein Paar asiatischer Rostgänse, das regelmässig zwischen den Bahnen nistet, findet Erwähnung. Das Konzept: Golfspiel und Naturerlebnis verschmelzen zu einer Einheit. Spieler sollen nicht nur Scores notieren, sondern auch den Lebensraum Golfplatz bewusst wahrnehmen.

Initiiert wurde das Projekt von Clubpräsident Jakob Haselsberger gemeinsam mit Head-Greenkeeper Trevor Mitchell, der als passionierter Fotograf einen Grossteil der Bildwelt beisteuerte. Die Idee entstand aus der Überzeugung, dass moderne Golfanlagen weit mehr sind als reine Sportflächen – nämlich Rückzugsorte für Flora und Fauna.

Das «Natur-Birdiebook» wurde im Rahmen eines als «Green Event» konzipierten Turniers der Austrian Junior Golf Tour lanciert. Dabei setzte Westendorf konsequent auf Nachhaltigkeit: Anreise per Bahn, Shuttle-Service mit E-Bussen, regionale Verpflegung, Verzicht auf Plastikflaschen und ein durchdachtes Recycling-System. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Sensibilisierung – insbesondere bei jungen Golferinnen und Golfern.

Auch infrastrukturell zeigt sich der Anspruch: Auf rund 30 Hektar Golfanlage wurden über 10’000 Bäume neu gepflanzt und bestehende Waldflächen ökologisch aufgewertet. Was einst als Monokultur galt, hat sich zu einem vielfältigen Lebensraum entwickelt.

Das Projekt gilt als Best Practice dafür, wie Golfplätze ihre Rolle im Spannungsfeld zwischen Sport und Umwelt neu definieren können. Westendorf zeigt: Ein gut geführter Platz ist nicht nur Bühne für Birdies – sondern auch ein funktionierendes Ökosystem.

Und vielleicht liegt genau darin die Zukunft des Golfsports: weniger reine Scorekarten, mehr Bewusstsein für das, was sich zwischen Tee und Green entfaltet.

Photo by Shutter/Carla Elaine Mason