Rory McIlroy verteidigt seinen Masters-Titel an einem spektakulären Sonntag
News ➝ The Masters  ·  2026-04-13 01:44:53  ·  Tom Page

Rory McIlroy verteidigt seinen Masters-Titel

The Masters 2026 – Rory McIlroy schlägt zurück und holt sich sein zweites Green Jacket in Folge.

Rory McIlroy würde eine Führung von sechs Schlägen beim Masters doch nicht wirklich verspielen, oder? Am Ende nicht. Doch über weite Strecken dieses Wochenendes im Augusta National sah es genau danach aus.

Der Titelverteidiger hatte sich bis zur Halbzeit am Freitag einen gewaltigen, historischen Vorsprung von sechs Schlägen erspielt – nur um diesen mit einer 73 am Samstag komplett wieder aus der Hand zu geben. Am Sonntag, im Final Flight mit Players-Champion Cameron Young, lag McIlroy früh drei Schläge zurück, nachdem er auf Loch 4 aus rund drei Metern ein Drei-Putt-Doppelbogey notieren musste.

Dann aber wendete sich das Blatt – Schlag für Schlag. Während Young, Justin Rose und Russell Henley ins Straucheln gerieten, fand McIlroy genau zu jener Form zurück, die ihm ein Jahr zuvor das Green Jacket eingebracht hatte – und die ihm zwei Tage zuvor diesen grossen Vorsprung beschert hatte. Mit Birdies auf den Löchern 7, 8, 12 und 13 baute er sich erneut eine Führung von drei Schlägen auf und steuerte mit einer 71er-Schlussrunde einem Gesamtscore von 12 unter Par (276) entgegen. Ein Birdie auf dem berühmten Par 3 der 12 aus rund zwei Metern sowie ein starkes Up-and-Down zum Birdie auf dem Par 5 der 13 besiegelten letztlich die Entscheidung.

Doch kurz vor Schluss gab es noch einmal Drama. Am 18. Abschlag verzog McIlroy seinen Drive weit nach rechts, bis in die Nähe des 10. Fairways. Mit dem zweiten Schlag landete er im vorderen linken Grünbunker, spielte sich heraus und lochte mit zwei Putts zum Bogey – genug für einen Sieg mit einem Schlag Vorsprung auf die Weltnummer 1 Scottie Scheffler.

Mit 36 Jahren reiht sich McIlroy damit in einen exklusiven Kreis ein: Jack Nicklaus (1965, ’66), Nick Faldo (1989, ’90) und Tiger Woods (2001, ’02) sind die einzigen Spieler, denen zuvor zwei Masters-Siege in Folge gelungen sind. Gleichzeitig ist es sein sechster Major-Titel – womit er mit Faldo als erfolgreichster Europäer gleichzieht.

«Ich kann nicht glauben, dass ich 17 Jahre auf mein erstes Green Jacket gewartet habe – und jetzt habe ich zwei in Folge», sagte McIlroy in der Butler Cabin.

Es war einmal mehr ein klassischer Sonntag auf diesen ehrwürdigen Fairways in Georgia – ein Ort, der selten enttäuscht.

Zwischenzeitlich hielten gleich drei Spieler mindestens eine Zwei-Schläge-Führung. Rose, auf den Back Nine in Führung, schien auf dem Weg zu seinem ersten Masters-Titel nach drei zweiten Plätzen, ehe Bogeys auf den Löchern 11 und 12 sowie ein Drei-Putt auf dem Par 5 der 13 seine Hoffnungen zunichtemachten. Henley eröffnete mit einer 73, spielte sich dann mit drei starken Runden zurück ins Turnier. Young lag nach fünf Löchern unter Par und schien auf Kurs, sich neben Scheffler und McIlroy als Sieger von Players und Masters innerhalb von zwei Jahren einzureihen – ehe drei Bogeys auf den folgenden vier Löchern seinen Rhythmus zerstörten. Tyrrell Hatton setzte mit Birdies auf den Löchern 13 bis 16 ein spätes Ausrufezeichen und erreichte ebenfalls eine zweistellige Gesamtscore unter Par. Und Scheffler, nach zwei Runden noch zwölf Schläge hinter McIlroy, startete eine eindrückliche Aufholjagd, sorgte mit zwei späten Birdies für Ekstase unter den Patrons und sicherte sich mit bogeyfreien Runden von 65 und 68 am Wochenende den alleinigen zweiten Platz.

«Insgesamt habe ich am Wochenende gut gekämpft und viele gute Dinge gemacht, um mir eine Chance zu geben», sagte Scheffler. «Am Ende hat ein Schlag gefehlt.»

Am Ende drehte sich alles um den 36-jährigen Nordiren – genauso wie im Jahr zuvor. Er war ohne Wettkampfpraxis von drei Wochen nach Augusta gereist, betonte jedoch, seine Vorbereitung sei besser gewesen als je zuvor, nicht zuletzt, weil er den Platz inzwischen so gut kenne, dass er sich vollkommen wohlfühle. Am Dienstag hatte er das Champions Dinner ausgerichtet und dabei gesagt: «Es waren unglaubliche zwölf Monate.» Mit Runden von 67 und 65 baute er früh diesen Rekordvorsprung auf – und viele fragten sich, ob das Wochenende langweilig werden würde.

Ganz sicher nicht.

Photo by Maddie Meyer/Getty Images