Zukunft von LIV Golf ungewiss: PIF prüft offenbar Ausstieg
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Die Zukunft von LIV Golf steht zunehmend in Frage. Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass der wichtigste Geldgeber der Liga, der Public Investment Fund, darüber nachdenkt, die Finanzierung des Golfzirkus einzustellen.
LIV-Golf-CEO Scott O’Neil hat am Mittwoch eine E-Mail an die Mitarbeitenden verschickt. Inmitten zahlreicher Berichte, wonach der saudische Public Investment Fund einen Rückzug seiner Finanzierung prüft, stellte O’Neil klar, dass die Saison «genau wie geplant» fortgesetzt werde.
Auch wenn diese Aussage als Versuch gewertet werden kann, die Gerüchte zu entkräften, bleiben Zweifel bestehen. Zwei Punkte stechen dabei besonders hervor: Zum einen deutet O’Neil die finanziellen Herausforderungen an, wenn er schreibt, dass «das Leben einer Start-up-Bewegung oft von solchen Druckmomenten geprägt ist». Zum anderen bezieht sich seine Aussage ausschliesslich auf die Saison 2026 – nicht auf die Zeit danach.
Damit scheint klar: Die Finanzierung reicht, um die laufende Saison zu beenden. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob LIV Golf auch 2027 noch existieren wird.
Laut einem Bericht der Financial Times wird innerhalb des Fonds derzeit geprüft, ob die Unterstützung für LIV Golf beendet werden soll. Eine Entscheidung könnte bereits in Kürze – möglicherweise noch diese Woche – kommuniziert werden. Hintergrund sind unter anderem geopolitische Entwicklungen: Der Konflikt im Nahen Osten, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran, belastet die wirtschaftliche Lage Saudi-Arabiens. Die Schliessung der Strasse von Hormus hat die Ölexporte des Landes massiv reduziert. In der Folge wurden zahlreiche Offshore-Förderanlagen stillgelegt und selbst grosse Industrieprojekte vorübergehend gestoppt. Bereits zuvor hatte Saudi-Arabien Investitionen zurückgefahren, unter anderem wegen Budgetdefiziten und überambitionierten Projekten.
Parallel dazu kündigte der PIF eine strategische Neuausrichtung an. Künftig sollen Investitionen stärker im Inland gebündelt werden, während internationale Engagements sowie Projekte ohne klare Renditeperspektive reduziert werden. Seit dem Start von LIV Golf im Herbst 2021 hat der Fonds mehr als fünf Milliarden US-Dollar investiert. Dennoch schreibt die Liga weiterhin hohe Verluste und konnte bislang keine externen Investoren für ihre Teams gewinnen. CEO Scott O’Neil hatte bereits Anfang des Jahres erklärt, dass es noch Jahre dauern könnte, bis LIV profitabel arbeitet.
Auch intern scheint die Lage angespannt. Laut The Athletic wurden Mitglieder der Führungsriege am Masters-Sonntag darüber informiert, dass sie ihre Positionen verlieren könnten. Der Telegraph berichtete zudem von einem kurzfristig einberufenen Krisentreffen in New York. Quellen zufolge sucht die Liga derzeit nach alternativen Finanzierungsquellen – bislang ohne Erfolg.
Trotz der Unsicherheiten läuft der Spielbetrieb weiter. LIV Golf ist in dieser Woche in Mexiko-Stadt im Einsatz. Am Dienstag wurden Pressekonferenzen abgesagt und das Medienzentrum aufgrund eines Stromausfalls geschlossen. Am Mittwoch trat die Liga vor die Medien, wobei Sergio Garcia erklärte, dass die Spieler nicht über mögliche Veränderungen informiert worden seien. «Ehrlich gesagt, ihr kennt diese Gerüchte. Es gibt immer viele davon. Mehr kann ich dazu nicht sagen.»
Parallel dazu bemühte sich CEO O’Neil um Beruhigung. In einer internen Mitteilung stellte er klar, dass die Saison 2026 wie geplant fortgesetzt werde. Die Liga gehe mit voller Energie in die entscheidende Phase des Spielplans und sehe sich weiterhin als treibende Kraft im internationalen Golfsport.
Sportlich kommt LIV Golf jedoch von einem enttäuschenden Masters. Tyrrell Hatton erreichte zwar Rang drei, doch Jon Rahm blieb hinter den Erwartungen zurück, während Bryson DeChambeau den Cut verpasste. Auch Garcia sorgte für negative Schlagzeilen, als er aus Frust eine Abschlagbox beschädigte und seinen Driver zerbrach.
Eine offizielle Stellungnahme von LIV Golf zu den jüngsten Entwicklungen steht weiterhin aus. Die Situation bleibt dynamisch.
Photo by Kate McShane/Getty Images
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