Luke Donald über Jon Rahm: «Sogar Brüder streiten manchmal»
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Der europäische Ryder-Cup-Captain Luke Donald zeigt sich erleichtert über die Einigung zwischen Jon Rahm und der DP World Tour. Damit bleibt der Spanier ein Kandidat für Europas Team beim Ryder Cup 2027 im irischen Adare Manor.
Monatelang hatte sich Jon Rahm mit der DP World Tour im Streit befunden. Der LIV-Professional war mit den Geldstrafen und Sperren nicht einverstanden, die ihm wegen seiner Teilnahmen an konkurrierenden LIV-Events auferlegt worden waren.
Rahm legte 2024 zunächst Einspruch gegen die Sanktionen ein und sicherte sich damit die Möglichkeit, beim Ryder Cup in New York anzutreten. Nach Europas Sieg in Bethpage rückte das Thema erneut in den Fokus, nachdem der Spanier öffentlich erklärt hatte, offene Geldstrafen weiterhin nicht bezahlen zu wollen.
Vergangene Woche bestätigte Rahm beim LIV-Event in Virginia jedoch, dass er und die Verantwortlichen der DP World Tour eine Einigung erzielt hätten. Damit ist der Weg für eine mögliche Teilnahme am Ryder Cup 2027 wieder offen.
Vor der PGA Championship im Aronimink Golf Club sprach Europas Captain Luke Donald über die Situation und zeigte sich zufrieden mit der Lösung.
«Ich bin nicht in die Politik der DP World Tour oder in die Gespräche zwischen den beiden Parteien involviert», sagte Donald. «Aber ich habe mit Jon gesprochen und wollte seine Sichtweise verstehen.»
Der Engländer machte deutlich, wie wichtig Rahm für Europa bleibt: «Es ist nicht meine Aufgabe, Jon zu sagen, was er tun soll. Aber ich freue mich natürlich sehr, dass eine Lösung gefunden wurde und er wieder als möglicher Ryder-Cup-Spieler zur Verfügung steht.»
Rahm zählt seit Jahren zu den wichtigsten Spielern Europas. Der Spanier bestritt bislang vier Ryder Cups und überzeugte insbesondere unter Donalds Führung.
«Je mehr Optionen man als Captain hat, desto besser – besonders bei jemandem wie Jon, der bewiesen hat, wie wertvoll er im Ryder Cup sein kann», erklärte Donald. «Er hat bereits vier Ryder Cups gespielt, zwei davon unter meiner Führung, und dabei hervorragend performt.»
Zu Beginn des Jahres waren die Zweifel an Rahms Ryder-Cup-Zukunft grösser geworden, nachdem er ein Angebot der DP World Tour für LIV-Spieler im Februar nicht unterschrieben hatte.
Donald glaubt jedoch nicht, dass Rahm nun innerhalb des Teams Vertrauen zurückgewinnen müsse.
«Die Zeit arbeitet für uns. Bis zum Ryder Cup sind es noch 18 Monate», sagte Donald. «Ich bin froh, dass diese Lösung eher früher als später gefunden wurde. Je länger so etwas dauert, desto grösser wird der Druck auf mich, Brücken bauen zu müssen.»
Der Captain betonte zudem, dass Europa in den vergangenen Jahren gelernt habe, mit unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Golfwelt umzugehen.
«Während der letzten beiden Ryder Cups musste ich mit einer Golfwelt umgehen, die ganz anders ist als früher. Es wird immer unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen geben», erklärte Donald.
Innerhalb des Teams spiele das jedoch keine entscheidende Rolle: «Wenn es um den Ryder Cup geht, ziehen wir im Teamraum alle am selben Strang. Ich sage gerne: ‹Sogar Brüder streiten manchmal› – aber tief im Innern lieben sie sich.»
Und weiter: «Die Mission ist klar: Wir wollen gewinnen. Die Spieler verstehen, dass man Gefühle und Egos zur Seite legen muss, wenn man erfolgreich sein will.»
Donald sieht deshalb keine Gefahr für den Zusammenhalt Europas: «Ich habe keinerlei Bedenken, dass das Team nicht geschlossen auftreten wird.»
Photo by Richard Heathcote/Getty Images
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