Warum viele Golfer:innen hart trainieren, aber trotzdem nicht weiter schlagen.
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Viele Golfer:innen investieren viel Zeit auf der Driving Range. Sie arbeiten an ihrem Schwungstil, nehmen privaten Unterricht bei einem Golf Pro und versuchen dadurch ihre Technik zu verbessern. Trotzdem bleibt eine Frage aber häufig bestehen: Warum wird mein Drive nicht länger?
Die Antwort liegt oft nicht nur im Schwung, sondern steckt in den eigenen körperlichen Voraussetzungen.
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Teste, was dein Körper wirklich leisten kann.
Der Golfschwung ist eine komplexe und sehr athletische Bewegung. Um die gewünschte Geschwindigkeit im Schlägerkopf zu erzeugen, müssen mehrere körperliche Faktoren zusammenspielen, wie Beweglichkeit, Stabilität, Kraft und Koordination. Wenn eine davon fehlt oder schon nur etwas eingeschränkt ist, kann der Körper die gelernte Technik nicht optimal auf den Schwung übertragen.
Deshalb sehen wir häufig Golfer:innen mit einer sehr guten Schwungtechnik, die aber dennoch Schwierigkeiten haben, konstante Längen zu erzielen.
moredrive.
Der Golfschwung beginnt nicht im Schläger, sondern im Körper.
Ein effizienter Golfschwung entsteht durch das Zusammenspiel der sogenannten kinetischen Kette, also der koordinierten Übertragung von Kraft und Bewegung über mehrere Körpersegmente. Die Bewegung beginnt im Kontakt mit dem Boden, wird über die Beine und Hüfte in den Rumpf weitergeleitet und anschliessend über die Schultern und Arme auf den Schläger übertragen. Funktioniert diese Abfolge nicht optimal, geht ein Teil der erzeugten Energie verloren und der Schwung wird deutlich weniger effizient.
Typische Folgen sind:
- fehlende Schlagweite
- inkonstante Ballkontakte
- höhere Verletzungsanfälligkeit
Gerade bei Amateurgolfer:innen fehlt häufig die körperliche Grundlage, um diese Bewegung effizient und gelenksschonend auszuführen.
Die vier wichtigsten körperlichen Faktoren für mehr Länge:
1. Rotationskraft:
Der Golfschwung ist eine komplexe Rotationsbewegung. Um ausreichend Geschwindigkeit im Schlägerkopf zu erzeugen, muss der Körper in der Lage sein, Kraft aus der Rotation von Hüfte und Rumpf zu entwickeln. Viele Golfer:innen verfügen zwar über eine gute Rotationsbeweglichkeit, es fehlt jedoch häufig an der nötigen Kraft, um daraus die bestmögliche Geschwindigkeit aufzubauen.
2. Hüftbeweglichkeit:
Die Hüfte spielt eine zentrale Rolle im Golfschwung. Fehlt die Beweglichkeit in der Hüfte, kompensiert der Körper häufig über den unteren Rücken. Dadurch verliert der Schwung an Effizienz und das Verletzungsrisiko steigt.
3. Rumpfstabilität:
Der Rumpf verbindet den Unterkörper mit dem Oberkörper. Ist die Rumpfmuskulatur nicht genügend stark, kann die Kraft aus den Beinen nicht optimal auf den Oberkörper übertragen werden. Als Folge davon geht viel Energie verloren bevor diese überhaupt im Schläger ankommt.
4. Kraftübertragung vom Boden:
Die besten Golfer:innen erzeugen eine höhere Geschwindigkeit über den Boden. Die Beine drücken aktiv gegen den Boden und erzeugen so Kraft, die sich über den Körper bis zum Schläger überträgt. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Schwung oft zu einem reinen Arm-Schwung, mit entsprechend weniger Geschwindigkeit.
Drei einfache Tests für Golfer:innen:
Wer seine körperlichen Voraussetzungen überprüfen möchte, kann mit drei einfachen Tests beginnen.
1. Rotationstest:
Im Stand die Arme vor dem Körper verschränken und den Oberkörper langsam nach rechts und links rotieren. Eine deutliche Einschränkung auf einer Seite ist ein Hinweis auf eine mangelnde Beweglichkeit.
2. Einbeinstand:
30 Sekunden barfuss auf einem Bein stehen, Hände in der Hüfte eingestützt und mit dem Blick einen Punkt in der Ferne fixieren. Eine Instabilität zeigt häufig Defizite in der Stabilität und Körperkontrolle.
3. Wand Überkopf-Kniebeuge:
Mit dem Gesicht zur Wand und erhobenen Armen eine tiefe Kniebeuge ausführen, ohne dass die Wand mit den Händen, dem Kopf oder den Knien berührt wird. Schwierigkeiten in diesem Test deuten häufig auf eine eingeschränkte Beweglichkeit in den Sprunggelenken, Hüften, der Brustwirbelsäule oder den Schultern hin.
Diese Tests geben einen ersten Hinweis darauf, ob der Körper den Golfschwung optimal unterstützen kann.
Drei einfache Übungen für mehr Drive-Länge:
1. Rotationswürfe mit dem Medizinball:
Eine der effektivsten Übungen für Golfer:innen. Seitlich zur Wand stehen und den Medizinball aus der Rotation explosiv gegen die Wand werfen. Diese Bewegung trainiert genau die Rotationskraft, die im Golfschwung benötigt wird.
2. Hüftmobilisation im Ausfallschritt:
Im Ausfallschritt nach vorne gehen und die Hüfte kontrolliert nach vorne schieben. Diese Übung verbessert die Beweglichkeit der Hüfte und unterstützt eine saubere Rotation im Schwung.
3. Dead Bug für Rumpfstabilität:
In Rückenlage werden Arme und Beine angehoben. Anschliessend werden abwechselnd ein Arm und das gegenüberliegende Bein kontrolliert abgesenkt, während der Rumpf dabei stabil bleibt und der untere Rücken Bodenkontakt hält. Diese Übung stärkt die Rumpfstabilität und unterstützt eine effizientere Kraftübertragung im Golfschwung.
Viele Golfer:innen arbeiten intensiv an ihrer Technik und übersehen dabei eine entscheidende Grundlage, nämlich ihren eigenen Körper.
Der Golfschwung ist eine komplexe und sehr athletische Bewegung. Erst wenn die Beweglichkeit, Stabilität und Kraft optimal zusammenspielen, kann die vorhandene Golftechnik ihr volles Potenzial entfalten. Wer seine körperlichen Voraussetzungen gezielt trainiert, verbessert nicht nur die Schlagweite und die Konstanz im Schwung, sondern stärkt auch die Belastbarkeit des Körpers und hilft dabei Verletzungen vorzubeugen.
Autorin
Sabrina López ist CrossFit-Weltmeisterin und Sportwissenschaftlerin (Master in Sport in Prävention & Rehabilitation). Als Athletik- und Golf Performance Coach (moredrive.ch) unterstützt sie Golfer:innen dabei, ihre körperlichen Voraussetzungen für mehr Leistung und beschwerdefreies Golfspielen zu entwickeln.